Engagement
Das sind die Lieblingsprojekte der Bürger Diekirchs
Diekirch hat neben Roeser, Kehlen, Mamer, Differdingen, Düdelingen, Bartringen, Strassen und Schengen in den vergangenen Jahren den „Bürgerhaushalt“ eingeführt. Damit wird den Gemeindebewohnern die Möglichkeit gegeben, Bürgerprojekte vorzuschlagen, die das Lebensumfeld der Gemeinde verbessern sollen (Stadtplanung, Mobilität, Kultur, Kulturerbe, Sozialwesen, Schulen, Jugend und Sport usw.).
„D‘Lëmmelsplaz“ lädt seit langem nicht mehr zum Verweilen ein. Das soll sich nun nicht zuletzt aufgrund des „Bürgerhaushaltes“ ändern. Foto: Roger Infalt
„Das Engagement der Gemeindebewohner für das soziale, politische und assoziative Leben auf lokaler Ebene anregen, die Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnort fördern, Projekte von allgemeinem Interesse durchführen, die das Lebensumfeld in der Gemeinde verbessern sollen, Beitrag zum Zusammenleben und zur Förderung kollektiver Ansätze“, so werden die Ziele des „partizipativen Haushaltes“ auf der Internetseite https://gemengen.zesummeliewen.lu zusammengefasst.
In Diekirch z.B. sieht man, wie erfolgreich solche Unterfangen sein können, denn im vergangenen Jahr wurden insgesamt 20 Projekte von Bürgern und Bürgerinnen im Rathaus eingereicht. „Wir waren überrascht, dass uns so viele Projekte erreichten, die dazu noch sehr gut und fast ausnahmslos bis ins letzte Detail beschrieben waren“, so Jennifer Thielen (City & Eventmanagement der Gemeinde Diekirch) am Mittwoch.
Der Bewerbungsprozess begann mit der Einreichung der Projekte, deren voraussichtliche Kosten die Marke von 50.000 Euro nicht überschreiten durften. Anschließend wurden die einzelnen Projekte auf ihre Zulässigkeit und Durchführbarkeit geprüft, bevor es zur Abstimmung im Gemeinderat kam.
Die 20 in Diekirch vorgelegten Bürgerprojekte betrafen zum Beispiel das Errichten von Trinkwasserfontänen an den Spazierwegen entlang der Sauer, das Anbringen einer Tischtennisanlage im Park, das Anlegen von mehr Blumenbeeten entlang der Gemeindestraßen, eine „Muppewiss“ im Park, die Beschilderung von einzigartigen Bäumen und Pflanzen, einen „Connecting Won“ (dabei handelt es sich um einen Container, in dem die Bürger noch benutzbare Gegenstände abgeben können), das Anlegen einer Mountainbike-Strecke, die Installation eines sportlichen Treffpunkts für Jugendliche, das Anbringen eines Sonnenschutzes auf den Spielplätzen, die Renovierung des bestehenden Skateparks, das Anlegen einer „Mini-Fahrradpiste“ für kleine Kinder, usw. Daneben gab es verschiedene Vorschläge, was die Verkehrsberuhigung, die Beleuchtung der öffentlichen Plätze und die Beschilderung im Kern der Ortschaft anbelangt.
Projekt „Lëmmelsplaz“
Abgesehen von der Errichtung einer Tischtennisanlage im Park, die bereits in einem Gesamtprojekt der Gemeinde vorgesehen ist, wurde unter den 20 Bewerbungen das Projekt von Gilberto Dos Santos zurückbehalten. Hierbei geht es um die Instandsetzung sowie Schaffung von öffentlichen Sportanlagen.
Wie uns Bürgermeister Charles Weiler (CSV) auf Anfrage hin am Mittwoch mitteilte, wird man die „Lëmmelsplaz“ zwischen dem Gebäude der Straßenbauverwaltung an der Gilsdorfer Straße und dem Radweg entlang der Sauer neu gestalten. Die bestehenden und in die Jahre gekommenen Sportgeräte werden durch neue ersetzt. „Wir wollen auf diesem Platz ein Areal schaffen, wo sich die Jugend treffen und sportlich betätigen kann“, so Weiler. „Es wird eine Ausweichmöglichkeit zu den bestehenden Kunstrasenplätzen, die wir in naher Zukunft von Grund auf erneuern müssen. Zudem drängt es sich leider auf, dass wir den großen der beiden Kunstrasenplätze umzäunen müssen. Wir mussten des Öfteren feststellen, dass dort wilde Fußballspiele, ja sogar Feste abgehalten wurden und es damit zu gefährlichen Verunreinigungen der Spielfläche, zum Beispiel durch Glasscherben, kam.“
Neuer Aufruf
„Die Bürger, deren Projekte aus finanziellen oder technischen Gründen nicht zurückbehalten werden konnten, wurden allesamt von uns kontaktiert und erhielten so Erklärungen dazu, warum ihr Projekt nicht realisierbar ist“, so Jennifer Thielen.
Vor rund zwei Wochen hat die Gemeinde Diekirch ihre Bürger auf ihrer Internetseite www.diekirch.lu sowie über die sozialen Medien zur diesjährigen Ausgabe des „Bürgerhaushaltes“ aufgerufen. Bis zum 30. April können die Einwohner der Distriktshauptstadt ihre Lieblingsprojekte einreichen. „Loosst eis zesummen eng nach méi dynamesch, attraktiv a solidaresch Stad a Liewensplaz gestalten!“, so der Aufruf des Schöffenrates.