Philharmonie

Das Phänomen des Klangs

Klangbalance und eine gute Klangmischung sind essenziell für das Gelingen eines Konzertes. In den beiden Konzerten mit Mitsuko Ushida und dem Mahler Chamber Orchestra sowie dem Luxembourg Philharmonic unter Hans-Christoph Rademann konnte man erleben, wie schnell das schiefgehen kann, aber auch, wie wunderbar die Musik selbst von diesem Phänomen profitieren kann.

Zweimal Mozart mit dem Mahler Chamber Orchestra und Mitsuko Ushida als Solistin

Zweimal Mozart mit dem Mahler Chamber Orchestra und Mitsuko Ushida als Solistin Fotos: Philharmonie/Sébastien Grébille

Auch in ihrem diesjährigen Gastspiel mit zwei Mozart-Klavierkonzerten konnte die sonst geniale Pianistin Mitsuko Ushida nur enttäuschen. Auf dem Programm standen die beiden Konzerte Nr. 18 KV 456 und Nr. 21 KV 467 – ja, das mit dem berühmten Schmuse-Andante. Seien wir ehrlich, das Klavierkonzert Nr. 18 gehört nicht zu Mozarts besten. Jedenfalls vermochte Ushida in keinem Moment, das Werk interessant zu gestalten. Sie hatte die schlechte Idee, den Steinway-Flügel komplett zu öffnen und ihn quasi direkt ins Orchester zu stellen. Das geht in einem kleinen Saal, aber nicht in einem riesigen Saal wie dem der Philharmonie. Somit blieben die Noten dünn, besaßen weder Substanz noch Relief noch Farbe. Ushida, die zudem als Dirigentin mit inkohärenten und hyperexpressiven Bewegungen mehr ruderte als dirigierte, gelang dann auch nicht, Klavier und Orchester auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Der Klang wollte und wollte sich nicht vermischen, das Orchester spielte unter Ushidas Leitung manieriert und viel zu kompakt.

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