Unberührtes Luxemburg (2)

Das Naturschutzgebiet Cornelysmillen verbindet Feuchtbiotope mit Zeitgeschichte

Bedrohte Arten, seltene Lebensräume und beeindruckende Natur direkt vor der Haustür: Naturschutzgebiete sind Schatzkammern der heimischen Biodiversität. In unserer neuen Serie stellen wir 40 Tage lang täglich ein Luxemburger Naturreservat vor.

Die ehemaligen Fischteiche wurden so umgestaltet, dass sie einen geeigneten Lebensraum für Wasservögel und Amphibien bieten

Die ehemaligen Fischteiche wurden so umgestaltet, dass sie einen geeigneten Lebensraum für Wasservögel und Amphibien bieten Foto: Fondation Hëllef fir d’Natur

Das Feuchtgebiet Cornelysmillen, welches die Talaue der Woltz und ihrer Nebenbäche Weierbaach, Klengelbaach und Stauwelsbaach umfasst, ist seit 1984 eines der größten Naturschutzgebiete der „Fondation Hëllef fir d’Natur“.

Das Naturschutzgebiet Cornelysmillen verbindet Feuchtbiotope mit Zeitgeschichte

Die traditionelle Nutzung der Flächen als Mähwiese oder Viehweide wurde aufgegeben, als sie sich nicht mehr als wirtschaftlich rentabel erwies. Stattdessen wurden die Flächen mit Nadelbäumen bepflanzt, was zum Rückgang einer Vielzahl charakteristischer Arten führte. Nach der Entfernung der Nadelbäume wurde eine extensive Beweidung mit robusten Schafrassen eingeführt. Zusätzliche Entbuschungs- und Mäharbeiten werden durchgeführt, um das Aufkommen von Gebüschen zu verhindern und die Rückkehr oder den Erhalt seltener Arten wie z.B. des Schmalblättrigen Wollgrases (Eriophorum angustifolium) oder des Sumpf-Blautauges (Comarum palustre) zu fördern. Die ehemaligen Fischteiche wurden so umgestaltet, dass sie einen geeigneten Lebensraum für Wasservögel bieten und die große Anzahl an Tümpeln wird von Amphibien bevölkert.

Im Naturschutzgebiet kann eine große Anzahl von Vögeln der Roten Liste beobachtet werden, wie z.B. der Neuntöter (Lanius collurio), welcher dort nistet. Zwischen Juli und August besucht der Schwarzstorch (Ciconia nigra) das Gebiet auf der Suche nach Nahrung.

Gut zu wissen!

Gewöhnliche Moosbeere (Oxycoccus palustris) – Die Gewöhnliche Moosbeere hat hier ihr letztes Refugium gefunden. Diese Beerenpflanze, deren Stämme sich zu dünnen Fäden zurückgebildet haben, ist eng mit der amerikanischen Cranberry verwandt und wächst nur auf Torfmoosen.

Europäische Biber (Castor fiber) – Seit einigen Jahren kann die Stiftung auf einen anderen Gestalter der Feuchtgebiete zählen: Der Europäische Biber hat hier ein großes Vergnügen daran, das Gelände samt Bäumen und Bächen neu zu gestalten.

Klengelbaach und Fluchthelferweg – Die Wanderroute ist kombiniert mit einem Teil des Fluchthelferwegs, der die Erlebnisse der Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs thematisiert. Dies ermöglicht es, die Klengelbaach, einen kleinen Nebenfluss der Woltz, eine Insel der Biodiversität, zu entdecken.

Sentier nature Cornelysmillen & Sentier des passeurs

Start des Wanderweges: Gare de Troisvierges, 9, rue de la Gare, 9906 Troisvierges

Ausgewiesene Naturschutzgebiete in Luxemburg

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