Ettelbrück

Das Herzstück der Stadt erstrahlt in neuem Glanz

Stolz und Erleichterung, die place Marie-Adélaïde endlich einweihen zu können, waren Ettelbrücks Bürgermeister Bob Steichen deutlich anzumerken. Am Freitag war es so weit. Spielplatz und Bistro schmücken nun den Platz, den die Einheimischen „Maartplaz“ nennen und dessen Lifting lange auf sich warten ließ.

Der neue Spielplatz in Ettelbrück ist vor allem für Familien ein Anziehungspunkt

Der neue Spielplatz in Ettelbrück ist vor allem für Familien ein Anziehungspunkt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Maartplaz“ oder „Monopolsplaz“, in Anlehnung an das Kaufhaus, das es bis 2006 dort gab: Die Geschichte der place Marie-Adélaïde ist eine viel diskutierte. Pläne für eine neue Nutzung des Herzstücks der Einkaufs- und Bauernstadt gab es genug. Das „Conservatoire du Nord“ grenzt genauso daran wie das Kulturzentrum CAPE und es hat einen Zugang zur Einkaufsstraße Ettelbrücks.

Das Monopol, das 1974 seine Türen öffnete, gibt es schon lange nicht mehr. Das Kaufhaus in dem rechteckigen Gebäude, in dem es früher vom Spielzeug bis zum Jackett alles gab, war zu seiner Zeit das größte Einkaufszentrum im Norden des Landes. 2006 schließt es und das Gebäude geht später in den Besitz der Cactusgruppe über.

Bistro und Spielplatz

Seitdem wäre der Platz eigentlich wie geschaffen für einen Treffpunkt der Einwohner – nach oder vor dem Einkauf. Wären da nicht die parkenden Autos und ein garagenähnlicher Container, der den Zugang zum 2012 in Betrieb genommenen unterirdischen Regenüberlaufbecken gewährleistet.

Es entlastet das Kanalsystem Ettelbrücks bei Starkregen, die Überschwemmungsgefahr ist nach wie vor hoch. Ein Bistro um den Zugang zu bauen und diesen damit unsichtbar zu machen, ist ein kluger Schachzug. Das ansprechende Innere und die große Außenterrasse des Bistros „Am Carré“ laden zum Verweilen ein.

Außenansicht des modernen Bistros „Am Carré“ mit einladender Terrasse und urbanem Ambiente

Das neue Bistro „Am Carré“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der Parkplatz wurde stark verkleinert und der neue Spielplatz ist vor allem für Familien ein Anziehungspunkt. Die Kuh-, Obst- oder Bauernhäusern und -wagen nachempfundenen Spielgeräte erinnern an zentralem Ort daran, dass Ettelbrück Bauernstadt ist und das alljährlich mit der „Foire agricole“ unter Beweis stellt.

Der Platz ist ein „Magnet“

Eine Nullachtfünfzehn-Lösung für diesen „Magnet“, wie Bürgermeister Bob Steichen (LSAP) in seiner Rede zur Einweihung sagte, wäre der Lage am Eingang von Ettelbrück nicht gerecht geworden. So schien er nicht unfroh, dass Pläne wie der „Betonsdeckel“, mit dem der Platz Anfang der 2010er Jahre fast überdacht worden wäre, endgültig vom Tisch sind.

Ein privater Investor hatte das vor, konnte es aber nicht realisieren. Danach wurde es vorläufig still. 2014 läuft ein Bürgerbeteiligungsprozess an – Steichen sitzt damals seit drei Jahren im Gemeinderat –, dessen Resultate heute zu sehen sind. Bistro, Spielplatz und die neue Brücke Richtung „Deich“, die die Bürger zuvor als zu schmal und nicht gut beleuchtet kritisiert hatten, runden das Projekt ab.

Ettelbrücks Bürgermeister zwischen den neuen Spielgeräten auf der place Marie-Adélaïde, die eine dänische Firma geliefert hat

Ettelbrücks Bürgermeister zwischen den neuen Spielgeräten auf der place Marie-Adélaïde, die eine dänische Firma geliefert hat Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

6,7 Millionen Euro hat das ganze Projekt gekostet, von denen 2,5 Millionen unterirdisch verwandt wurden. Unter dem Platz verläuft ein Bachlauf, dessen Kanal sowie die umliegenden Leitungen erneuert wurden. 700.000 Euro haben allein die Studien zur Umsetzung des Projektes gekostet, und bevor es losging, wurden noch einmal 950.000 Euro für die Erneuerung und Verbreiterung des Platzes aufgewendet.

Wichtige Investition in die Infrastruktur

Andere gastronomische Einrichtungen rund um den Platz haben so mehr Platz für eine Terrasse. Das Innen- und das Tourismusministerium haben das Projekt zusammen mit insgesamt rund 400.000 Euro bezuschusst. Den angereisten Ministern Léon Gloden (CSV), der übrigens in Ettelbrück geboren ist, und Eric Thill (DP), der zuvor vier Jahre Bürgermeister der Nachbargemeinde Schieren war, ist es wichtig, dass Gemeinden investieren.

Modernes Bistro-Interieur mit stilvollem Ambiente, gemütlicher Atmosphäre und einladendem Design

Ansprechendes Ambiente im Inneren des Bistros Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Das betonten beide in ihren Reden – vor allem auch im Hinblick auf die Touristen, die nach Luxemburg kommen und kommen sollen. Die Branche hat sich in den letzten Jahren zu einem gewinnbringenden Zweig entwickelt. Für Rathauschef Steichen ist die sanierte place Marie-Adélaïde eine Investition in die Zukunft der Stadt.

Vor dem Hintergrund der „schwierigen Zeiten“ verströmte er Optimismus. Auch Ettelbrück, das sich gerne neben der „Bauernstadt“ den Titel „Einkaufsstadt“ gibt, hat wie viele andere Gemeinden mit Leerständen zu kämpfen. Und der Stadt steht ein noch größeres Projekt bevor.

Den Gemeinderat wird in den nächsten Jahren der 90 Millionen Euro teure Schulkomplex in der Ortschaft Warken beschäftigen. Am Freitag aber galt nach zweieinhalb Jahren Bauzeit Zufriedenheit. Das neue Herzstück der Gemeinde kann sich sehen lassen.

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