Literatur
Das Grollen unter der Erde: Esther Kinsky erzählt in „Rombo“ von einer schicksalsverändernden Naturkatastrophe
In ihrem Werk setzt sich Esther Kinsky immer wieder mit der Natur als Lebens- und Erinnerungsraum auseinander. In ihrem neuesten Werk „Rombo“ erzählt sie nun die Geschichte von sieben Menschen, die 1976 das große Erdbeben im Nordosten Italiens überlebten.
Für ihr umfangreiches Werk wurde die Schriftstellerin, Dichterin und Übersetzerin Esther Kinsky bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet Foto: Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag
Der 6. Mai 1976 sollte sich unauslöschlich in das Gedächtnis der Bewohner der nordöstlichen Regionen Italiens einbrennen. Denn an diesem Tag, um genau 20:59 Uhr, erbebte die Erde mit solcher Stärke, dass etwa 20 Orte im Friaul größtenteils zerstört wurden. Häuser sackten in sich zusammen, Bäume fielen krachend um, Menschen und Tiere starben. Die Erdstöße waren so heftig, dass eine neue Landschaft durch sie geschaffen wurde: Wege, Flussbetten, Senken und Hügel ordneten sich untereinander neu wie Zahlen und Figuren in einem Kartensatz.