Völlig grenzenlos
Das Festival³ bringt bald wieder Menschen aus drei Ländern zusammen
Im Dreiländereck Luxemburg-Deutschland-Frankreich wird am 9. Mai grenzüberschreitend gefeiert. Zahlreiche Stände und Konzerte laden zum Entdecken und gemeinsamen Erleben ein. Am Dienstag wurden auf einer Pressekonferenz weitere Details bekannt.
Die Gemeindevertreter Anne Wolf, Romain Kill, Jacques Sitz, Helen Hammond, Ralf Uhlenbruch und Schengens Bürgermeister Michel Gloden (v.l.n.r.) posieren auf der „Prinzessin Marie-Astrid Europa“ Foto: Editpress/Julien Garroy
Wenn drei Länder gemeinsam auf einem Festival feiern, dann nennt sich das: Festival hoch drei. Am kommenden Europatag, am 9. Mai, verwandelt sich das Dreiländereck zwischen Luxemburg, Frankreich und Deutschland zum dritten Mal seit 2022 in ein grenzüberschreitendes Festgelände. Passend dazu fand die zugehörige Pressekonferenz am Dienstagmittag auf dem renovierten, historischen Schiff „Prinzessin Marie-Astrid Europa“ statt, also genau dort, wo vor 41 Jahren das Schengen-Abkommen unterzeichnet wurde. Vor Ort waren die Vertreterinnen und Vertreter deutscher, luxemburgischer und französischer Gemeinden, die das Festival organisieren. Sie kommunizierten alle in ihrer eigenen Landessprache und verstanden sich trotzdem. „Et versteet ee sech, et kennt ee sech an et mécht ee vill zesummen“, sagte der Bürgermeister von Schengen, Michel Gloden.
Bürgermeister von Schengen, Michel Gloden Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Idee, gemeinsam ein Fest zu veranstalten, sei daher naheliegend gewesen, sagte er. Schätzungen zufolge wurden beim letzten Fest vor zwei Jahren 15.000 Besucher gezählt. Insgesamt zwölf Gemeinden (siehe Infokasten) haben sich im Rahmen einer europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV) zusammengeschlossen. „Et ass sou wichteg, dass een an enger Regioun net nëmmen niewentenee lieft, mee mateneen. Matenee liewen heescht matenee schwätzen, sech austauschen, déi aner kenneléieren“, sagte Gloden, „Europa wäert nëmmen am Grousse funktionéieren, wann et am Klenge gelieft gëtt.“
Musik am kleinen Eiffelturm
„Le festival est né d’une idée simple, mais essentielle: celle de rassembler“, sagte Anne Wolf, Lokalpolitikerin der Gemeinde Apach (F). „Cette position géographique qui pourrait être une frontière est en réalité une formidable richesse, une richesse culturelle, humaine et économique, mais surtout une richesse de notre manière de vivre ensemble.“ Das Festival³ biete den Besuchern die Möglicheit, zu entdecken, zu probieren, zu verstehen und eine schöne Zeit zu verbringen, sagte Wolf weiter.
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Rund um die Moselbrücke Apach-Perl-Schengen entstehen laut dem Bürgermeister von Perl, Ralf Uhlenbruch, um die 102 Stände von Künstlern, Winzern, Gemeinden und Vereinen. Von 11 bis 21.30 Uhr spielen Bands der drei Länder auf drei unterschiedlichen Bühnen, darunter eine beim Apacher Eiffelturm. Damit auch die unterschiedlichen Generationen etwas von dem Festival haben, werde zusätzlich für Kinderanimationen gesorgt. Zudem wird laut Uhlenbruch ein Regionalzug zwischen Konz und Perl getauft und ein neu gestalteter Bereich beim Eiffelturm eingeweiht.
Während des Festivals sind die Straßen rue Robert Goebbels, am Dreiländereck und die Brücke für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Anreise wird durch Auffangparkplätze in Perl, Apach und bei den Baggerweihern von Remerschen erleichtert. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.ihochdrei.com.
Die zwölf Partnergemeinden
Am 9. Mai 2019 unterzeichneten zwölf Gemeinden eine gemeinsame Absichtserklärung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dieser Zusammenschluss mit dem Namen „i hoch drei“ hat das Ziel, die touristischen Ressourcen der einzelnen Gemeinden zu bündeln und das Zusammenwachsen der Region durch verschiedene Projekte zu fördern. Beteiligt sind: Apach (F), Contz-les-Bains (F), Dalheim (L), Merzig (D), Mettlach (D), Mondorf-les-Bains (L), Perl (D), Remich (L), Rettel (F), Rustroff (F), Schengen (L) sowie Sierck-les-Bains (F).
Am 9. Mai wird das Dreiländereck zum Festival-Gelände Foto: Editpress/Julien Garroy