Sanem
Das Ende eines Vereins, der die Bergarbeiter nicht vergessen ließ
Fast sieben Jahrzehnte lang hielt die „Amicale de la Sainte Barbe“ die Erinnerung an die Beleser Tagebauarbeiter wach. Nun endet die Geschichte des Vereins – weil der Nachwuchs fehlt. Ein Gespräch mit Ehrenpräsident Henri Dondelinger.
Mit viel Leidenschaft spricht Henri Dondelinger über sein Engagement bei der „Amicale de la Sainte Barbe“ Foto: Editpress/Julien Garroy
„De Mineur huet deemols de Grondsteen geluet / An eisem Land de Richtum bruet / A wär heen a séin Schaffen net ginn / Wäre mer haut net dat mer sinn.“ So dichtete Erny Kiefer 2005 über den Beruf des Minenarbeiters, der vor allem im Luxemburger Süden die Geschichte maßgeblich mitgeprägt hat. An die Schicksale der „Beleser Jongen“ erinnerte fast 70 Jahre lang die „Amicale de la Sainte Barbe“ in der Gemeinde Sanem.
Doch nun musste sich der Verein, der 1959 als Unterstützung für ehemalige Minenarbeiter ins Leben gerufen worden war, auflösen. Es geht eine Ära zu Ende. Der Grund für die Entscheidung ist schnell gefunden. „Uns fehlt der Nachwuchs“, erklärt Henri Dondelinger. Der 80-jährige gebürtige Schifflinger war fast 25 Jahre Präsident des Klubs. Es hätten nur noch wenige Monate gefehlt. „Aber ich musste einsehen, dass es nicht mehr geht. Ich bin der zweitjüngste in unserem Komitee. Viele meiner Freunde sind auch gesundheitlich angeschlagen.“