Luxemburgensia
Dann wird das Ende kommen: „Das Gangrän“ von Maxime Weber
Düster ist das Szenario, das Maxime Weber in seinem Debütroman „Das Gangrän“ entwirft. Denn plötzlich taucht an verschiedenen Orten auf der Welt ein merkwürdiges Geflecht auf, das dafür sorgt, dass sich Lebewesen in Sekundenschnelle auflösen. Droht der Menschheit nun ihr Untergang? Vielleicht, aber dass man in Konfrontation mit Not und Zerstörung dem Leben auch etwas Gutes abgewinnen kann, lernen Jeanne und ihre Liebsten, als sie sich in einem kleinen Dorf im Norden Luxemburgs zusammenfinden und versuchen, dort füreinander zu sorgen.
Der Autor Maxime Weber auf der Frankfurter Buchmesse 2021: Wie die anderen nationalen Neuerscheinungen war auch sein Roman auf dem Luxemburger Stand zu finden Foto: Kremart Edition
Es ist Sommer. Jeanne hat ihr Studium in Kunstgeschichte abgeschlossen und reist in Begleitung mit ihrer Katze Heidi zurück in ihr (fiktives) Heimatdorf Pardange im Norden Luxemburgs. Auf dem Weg nach Hause stolpert sie über einen Beitrag auf Reddit, der sie beunruhigt: Die Rede ist von einem seltsamen Naturphänomen, das in Algerien aufgetreten ist und dort dafür sorgt, dass ganze Olivenplantagen in Windeseile ausgelöscht werden. Die Kulturen würden von einem unbekannten, blauglühenden Geflecht befallen und sich daraufhin wie im Zeitraffer zersetzen. Jeanne ist verstört, versucht aber, die Neuigkeit zu verdrängen. Kurz darauf fluten dann Nachrichten aus Indien das Internet: Auch hier würde das Geflecht, das alsbald auf den Namen „Gangrän“ getauft wird, wüten. Dem Leser dämmert es: Die Welt steuert auf eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes zu.