Esch
DP-Schöffe Pim Knaff tritt von seinem Posten zurück, frEsch soll neu organisiert werden
Der verurteilte Steuerhinterzieher und DP-Politiker Pim Knaff will Ende des Jahres seinen Posten im Schöffenrat räumen. Im Gemeinderat will er allerdings verbleiben. Nachrücken soll Daliah Scholl, die Präsidentin der DP-Sektion Esch.
Foto: Editpress/Alain Rischard
Das Tageblatt hatte am Dienstag bereits über die Gerüchte berichtet, jetzt hat Knaff es bestätigt: Zum Ende des Jahres* räumt der skandalumwitterte DP-Politiker seinen Posten als Escher Kulturschöffe. Nachrücken soll Daliah Scholl, die Präsidentin der Escher DP-Sektion. Knaff will allerdings im Gemeinderat verbleiben. Die DP-Nachwuchshoffnung Amela Skenderovic wird dementsprechend noch nicht in den Gemeinderat einziehen.
*Gegenüber RTL dementiert Knaff wiederum, dass er Ende des Jahres seinen Posten räumen will. Er teilte dem Sender schriftlich mit, dass Scholl „im Laufe der Legislatur“ seinen Schöffenposten übernehmen soll.
Grund für den Rücktritt ist nicht etwa der Steuerbetrug, zu dem Knaff verurteilt wurde, noch sein eher unglückliches Händchen für die Escher Kulturpolitik, die von finanziellen Unregelmäßigkeiten und fragwürdigen inhaltlichen Entscheidungen geprägt war. Vielmehr gibt Knaff zu Protokoll, dass der Wechsel mit Scholl „so abgemacht“ gewesen sei. Anlass scheint der 60. Geburtstag von Knaff zu sein.
Unabhängig von den Gründen hält Gemeinderat Steve Faltz (LSAP) den Rücktritt für eine gute Nachricht. „Knaff war schon lange nicht mehr tragbar“, so Faltz. „Sein Enthusiasmus für die Arbeit im Gemeinderat tendierte gegen Null.“
Im Fahrwasser des Rücktritts soll aber auch die frEsch ASBL neu organisiert und depolitisiert werden, wie das Tageblatt aus verschiedenen Quellen erfahren hat. Das heißt, die Leitungsgremien sollen nicht mehr politisch besetzt werden. Der Verein betreibt nicht nur das Bâtiment4, sondern organisiert die großen kulturellen Veranstaltungen wie die „Francofolies“ oder aber die Kulturnächte. Knaff war in seiner Funktion als Schöffe bislang Präsident von frEsch. Der Verein stand unter anderem auch wegen des Rauswurfs des Kunstkollektivs Richtung22 aus dem Bâtiment4 in der Kritik.
Einer dürfte sich auf jeden Fall besonders über Knaffs Rückzug freuen: Marc Baum. Das Gemeinderatsmitglied von „déi Lénk“ war nach der Verurteilung von Knaff bis vors Verwaltungsgericht gezogen und hatte den Innenminister eingeschaltet. „déi Lénk“ hatte sich erst vor einer knappen Woche aus dem Verwaltungsrat von frEsch zurückgezogen. Angesprochen auf den Rücktritt, sagt Baum: „Knaff hätte die Entscheidung vergangenes Jahr treffen können, dann wäre er erhobenen Hauptes gegangen. Es ist eine späte Entscheidung, aber es ist die richtige Entscheidung.“ Grund zum Feiern sieht der Politiker dennoch: Er will anlässlich des Rücktritts eine Runde „Pim Tonic“ im Café Pitcher ausgeben. Prost darauf!