Kulturpolitik
Culture annulée: Vom Überleben luxemburgischer Kulturschaffender in Zeiten des Corona
Alle Kulturevents sind bis auf Weiteres abgesagt. Sollte sich die Situation nicht ändern, könnte die gesamte Spielzeit 2019/20 auf der Kippe stehen – und vielleicht wären dann die „Congés annulés“ das erste nicht abgesagte Kulturevent des Sommers. Das Kulturministerium hat mit einem Maßnahmenpaket äußerst schnell reagiert, viele Kulturschaffende haben bereits ihre Tätigkeiten auf ein digitales Format umgestellt. Dass der Eventkalender noch leerer als die luxemburgischen Straßen aussieht, sorgt nichtsdestotrotz für Besorgnis im Kultursektor.
Abgesagt: Am Donnerstag hätten Russian Circles in der Kufa spielen sollen – es ist eines von vielen Konzerten, die in den kommenden Monaten nicht stattfinden werden. Foto: Editpress/Isabella Finzi
„Um es etwas überspitzt auszudrücken – an meinem Alltag ändert sich eigentlich kaum etwas. Als freischaffende Schauspielerin kommt es immer wieder vor, dass man fünf Monate ohne Auftrag verweilt. Deswegen gilt es, verantwortlich mit seinen Ausgaben umzugehen. In solchen Situationen verbringe ich meine Zeit auch größtenteils zu Hause – und widme mich den kulturellen Tätigkeiten, für die Einsamkeit wesentlich ist, wie zum Beispiel dem Schreiben.“ Die Schauspielerin Anouk Wagener, die in diesem Jahr im Grand Théâtre („Ivanov“) und im Kasemattentheater („Intervention“) spielte, hat sich dazu entschieden, die Zeiten des Corona in Berlin zu verbringen. „In Luxemburg ist man es ja gewohnt, dass die Stadt menschenleer ist, aber in Berlin fühlt sich das echt nach Apokalypse an.“