Alain spannt den Bogen

Chopin mit Preisträger Seong-Jin Cho: Im Zeichen der Leichtigkeit

Die Medien und die Plattenfirmen machen sich oft ihre eignen Gesetzte. Sie machen Stars oder sie lassen sie fallen, wenn sie sich nicht in ein Konzept einfügen oder ihre Rolle nicht ausfüllen. Da macht auch die Klassik-Branche keine Ausnahme. 

Cho zeigt, dass Chopin viel mehr zu bieten hat als nur virtuoses Getöse

Cho zeigt, dass Chopin viel mehr zu bieten hat als nur virtuoses Getöse Foto: Philharmonie/Alfonso Salgueiro

Sex sells – also auch hier – schöne Musikerinnen mit tiefen Dekolletees, hübsche Solisten in modischen Anzügen, potente Dirigenten, tänzerisch versiert, gehören in der Zwischenzeit längst zu der edlen Klassikszene dazu und geben ihr den Hauch von etwas jugendlich Frischem. An sich keine schlimme Sache, nur oft kommt das Künstlerische, das Ehrliche dabei zu kurz. Sehr beliebt und in Mode sind im Moment die asiatischen Musiker, die, jetzt recht pauschal ausgedrückt, oft technisch atemberaubend, interpretatorisch allerdings wenig aussagestark sind. Siehe den völlig überschätzten Pianisten Lang Lang.

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