Analysebericht liegt vor

Brühe auf der Mosel kam wohl aus „Ölabscheider“ oder Behälter mit „ölhaltigem Reststoff“

Ein zwei Kilometer langer Ölfilm hat am 8. März für Aufregung an der Mosel gesorgt. Das Öl hatte sich offenbar vom Hafen Mertert aus auf dem Fluss ausgebreitet. Jetzt liegt das Ergebnis der Wasserprobe vor.

CGDIS setzt am 8. März Ölsperre im Hafenbecken von Mertert ein zur Gewässer- und Umweltschutzmaßnahme.

Das CGDIS riegelte am 8. März das Hafenbecken in Mertert mit einer Ölsperre ab Foto: Editpress-Archiv/Fabrizio Pizzolante

Was trieb da auf der Mosel? Am 8. März wurde das CGDIS zu einem spektakulären Einsatz in den Merterter Hafen gerufen. Vom Hafenbecken aus hatte sich ein zwei Kilometer langer Ölfilm auf dem Fluss ausgebreitet. Die Einsatzkräfte riegelten das Becken mit einer Ölsperre ab und versuchten, die Flüssigkeit aus dem Wasser zu saugen. Fast zwei Tage lang war der Luxemburger Binnenhafen gesperrt.

Nur: Um welche Flüssigkeit handelte es sich überhaupt? Mutmaßungen darüber wurden bereits dann gemacht, als das CGDIS noch mit dem Auslegen der Ölsperren beschäftigt war. Es handelt sich um eine „ölhaltige Substanz, vermutlich Diesel“, berichtete die deutsche Wasserschutzpolizei noch am fraglichen Sonntagabend. Ob die deutschen Ordnungshüter da mal recht behalten?

Wer ist der Umweltsünder?

Das Wasserwirtschaftsamt hat eine Probe entnommen, denn eine Identifizierung der Brühe könnte Rückschlüsse auf den Verursacher zulassen. Der ist – Stand vergangene Woche – nämlich noch immer nicht ermittelt. Transportministerin Yuriko Backes (DP) erklärte am Dienstag vor einer Woche, dass die „zuständigen Instanzen“ Kontrollen auf zwei Schiffen im Hafen gemacht hätten. Danach könne „ausgeschlossen werden, dass ein technischer Defekt die Ursache“ für die Verschmutzung mit den „Kohlenwasserstoffen“ sei.

Auch die „fixen Installationen“ des Hafens fielen als Grund aus. Und das Luxemburger History- und Ausflugsschiffchen „Marie-Astrid Europa“, das ebenfalls am Kai vertäut war, kann auch nicht schuld sein – es fährt nämlich elektrisch, also ohne „Kohlenwasserstoffe“.

Analysebericht liegt vor

Doch jetzt gibt es ein erstes Ergebnis. Wie das Wasserwirtschaftsamt am Dienstag gegenüber dem Tageblatt mitteilt, deutet der Analysebericht der Wasserprobe darauf hin, dass es sich „um eine Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe handelt“. Derlei Substanzen kämen „typischerweise in Ölabscheidern oder in Behältern mit ölhaltigen Reststoffen“ vor.

Ein Ölabscheider ist eine Vorrichtung, die Öle, Benzin, Diesel vom Wasser trennt. Das Wasser wird danach abgeleitet, das Öl entsorgt. „Jede industrielle Infrastruktur hat das“, sagt Raphaël Zumsteeg gegenüber dem Tageblatt. Zumsteeg ist der Präsident der „Société du Port de Mertert“, der Betreibergesellschaft des Hafens. „Wenn zum Beispiel ein Lkw ein bisschen Öl verliert, dann fließt das beim nächsten Regen in den Ölabscheider“, sagt er. Das Wasser könne dann weiter in den Kanal, das Öl bleibe hängen. „Dann wird regelmäßig geputzt und der Dreck rausgeholt.“

Die Geräte seien auch auf dem Gelände in Mertert installiert. Zumsteeg weist die Verantwortung für den Ölfilm aber vom Hafen. „Der Port de Mertert und die Infrastruktur sind integral geprüft worden, alle Abläufe ins Wasser, die Ölabscheider“, sagt er. „Es ist alles getestet worden, es gibt keine Lecks bei uns. Wir haben keine Verantwortung für die Verschmutzung.“ Zumsteeg vermutet, dass das Öl von einem Schiff stammt – oder dass ein Dritter es ins Wasser gegeben hat. Die Polizei müsse den Verursacher nun ermitteln.

Die wurde bereits vor zwei Wochen eingeschaltet – die Behörde erhielt eine Anzeige wegen Umweltverschmutzung. Die Menge der eingebrachten Flüssigkeit ist laut Yuriko Backes „schwer zu determinieren“, liege Spezialisten zufolge aber in der Größenordnung von „ein paar Dutzend Litern“.

Zwei Kilometer langer Ölfilm breitet sich auf der Mosel aus

Ölsperre sichert Hafenausfahrt Mertert gegen Ölverschmutzung im Hafenbereich ab
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Seit Sonntagabend riegelt die Ölsperre die Hafenausfahrt in Mertert ab © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ölsperre im Wasser, wartet auf Freigabe durch Luxemburger Wasserwirtschaftsamt zur Gewässerschutzmaßnahme
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Die Barriere bleibt, bis das Luxemburger Wasserwirtschaftsamt grünes Licht gegeben hat © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Verschmutzung an der Schleuse Grevenmacher im Fluss, Umweltverschmutzung und Wasserschutzmaßnahmen sichtbar
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Gemeldet wurde die Verschmutzung von der Schleuse Grevenmacher © Fotos: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Schwimmende Barriere zur Rückhaltung von Öl auf Wasseroberfläche bei Umweltschutzmaßnahme
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Die schwimmende Barriere wurde installiert, um die ölige Substanz zurückzuhalten © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ölfilm auf der Moseloberfläche bei sonnigem Wetter, sichtbare Umweltverschmutzung im Flusswasser
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Der Ölfilm auf der Mosel war am Montagmorgen gut zu sehen © Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
2 Kommentare
Nomi 24.03.202622:35 Uhr

Jo, wann een Oelabscheider net regelmeisseg kontrollei'ert gett an gebotzt get wann nei'deg, dann kennt eso'u Eppes vir.

Manfred Reinertz Barriera 24.03.202622:21 Uhr

Wie lange soll denn diese Komödie noch dauern? endlich hat man eine Analyse gemacht und weiss ja jetzt, wer gegebenenfalls so etwas verursachen kann, ergo, wer kann es also gewesen sein? Wie sagte mal ein Staatsanwalt so lustig; et waar net keen etc...wer suchet, der findet!

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