Nachwuchstalente fördern
Ausstellung „The World Is a Stage“ läutet neues Kunstprojekt im Escher Theater ein
Was ist eigentlich Realität, und wer bestimmt, wie wir sie wahrnehmen? Mit dieser Frage setzt sich die Ausstellung „The World Is a Stage“ im Escher Theater auseinander. Damit lanciert die Institution das Projekt „Trampoline“. Im Mittelpunkt? Kunstschaffende, die vor dem Karrierestart stehen.
Skurrile Skulpturen, junge Talente: Die Ausstellung „The World is a Stage“ zeigt noch bis Ende April Arbeiten von Robin Bigret und Arthur Delhaye Foto: Emile Hengen
„Trampoline“ knüpft an den Geist der 1989 gegründeten Biennale des jeunes an: Es will jungen Künstler Raum geben, um ihnen den Schritt vom Studium in die professionelle Kunstszene zu erleichtern. Geplant sind drei Ausstellungen pro Jahr. Das Konzept verbindet kuratorische Begleitung, Produktion und Präsentation und versteht sich damit nicht nur als Ausstellungsfläche, sondern auch als Unterstützung in einer entscheidenden Phase.
Das Konzept
Kuratorin Danielle Igniti beschreibt den Ansatz dahinter so: „Die Idee ist es, eine Lücke zu schließen. Viele junge Künstler haben gute Abschlüsse und starke Arbeiten, fühlen sich nach dem Studium aber oft noch nicht bereit für den direkten Schritt in eine Galerie. Es braucht Kontexte, in denen sie Erfahrungen sammeln, Dinge ausprobieren und ihre Werke gemeinsam mit einer Kuratorin auswählen und inszenieren können. Gerade der Blick von außen und das Feedback des Publikums sind dabei besonders wichtig.“

Mitten in der Ausstellung: die Kuratorin Danielle Igniti (r.) Foto: Emile Hengen
Der Name ist dabei Programm. „Trampoline“ steht für den Sprung in eine neue Umgebung, für den Moment des Loslassens und für den Mut, sich auf etwas Neues einzulassen. In Begleitung von Danielle Igniti entwickeln die eingeladenen Künstler eine Ausstellung, die eigens für den neu renovierten Raum im zweiten Stock des Theaters konzipiert wurde. Dabei geht es nicht nur um fertige Werke, sondern auch um den Schaffensprozess, der ihnen vorausgeht: die Suche, der Versuch, Zweifel und die Entscheidung.
Robin Bigret und Arthur Delhaye machen den Anfang
Mit Robin Bigret und Arthur Delhaye versammelt „The World Is a Stage“ zwei junge Stimmen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Material, Zeit und Wahrnehmung auseinandersetzen.
Robin Bigret, 1998 in Niederkorn geboren, absolvierte ein Masterstudium in Skulptur am Royal College of Art und arbeitet heute in London. Er interessiert sich für Materialien und Objekte, in denen Zeit Spuren hinterlässt und Veränderung sichtbar wird. Diese Spuren zeigen sich in ihrer Entstehung, ihrer Herstellung, ihrem Gebrauch und in der Art, wie wir sie betrachten.

Eindrücke aus der Schau „The World is a Stage“ Foto: Emile Hengen
Arthur Delhaye, 1994 in Arlon geboren, studierte Zeichnung an der ENSAV La Cambre; lebt und arbeitet heute in Brüssel. Seine Werke kreisen um die Frage, wie wir die Welt wahrnehmen und wie stark gesellschaftliche und politische Umstände unser Denken und Fühlen prägen.
So führt die Ausstellung „The World Is a Stage“ ihre Ausgangsfrage weiter und macht gerade deshalb neugierig darauf, die Arbeiten selbst zu erleben. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie wichtig Formate wie „Trampoline“ sind, die jungen Künstler nicht nur Sichtbarkeit und Erfahrung ermöglichen, sondern ihnen auch Mut machen, ihren eigenen Weg weiterzugehen.
„The World Is a Stage“, Escher Theater (122, rue de l’Alzette, L-4010 Esch-sur-Alzette, Luxemburg), noch bis zum 30. April 2026, dienstags bis samstags von 14.00 bis 18.00 Uhr. Freier Eintritt.