Philosophie

Auf der Spurensuche nach Habermas

Jürgen Habermas hat die großen politischen Debatten der vergangenen Jahrzehnte in der Bundesrepublik Deutschland begleitet und auch mitgeprägt. In dem Buch „Der Philosoph. Habermas und wir“ begibt sich der Kulturhistoriker Philipp Felsch auf Spurensuche nach einem der bedeutendsten Denker des vergangenen halben Jahrhunderts.

Jürgen Habermas 2018 in Berlin 

Jürgen Habermas 2018 in Berlin  Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Philipp Felsch hat Jürgen Habermas, der im vergangenen Juni 95 Jahre alt geworden ist, zweimal in seinem Haus in Starnberg besucht. Mit dem ersten Aufeinandertreffen beginnt er sein Buch: „Der modernistische Bungalow, der einen bewaldeten Abhang überblickt, würde besser in die Hamptons als nach Oberbayern passen; in seinen Chinos und fabrikneuen Reeboks kommt mir der Hausherr wie ein Amerikaner vor. Trotz seines Alters macht Jürgen Habermas einen schlanken, beweglichen Eindruck.“ Der Autor gibt zu: „Ich kann nicht verhehlen, dass ich ihm mit Ehrfurcht gegenübertrete.“ Weiter schreibt er: „Der erste Eindruck war der eines Kosmopoliten. Dann haben wir uns zum Kaffeetrinken in die Couch-Ecke gesetzt und es gab Tee und Marmorkuchen, eine merkwürdige Mischung aus Kosmopolitismus und Provinzialität.“ Habermas’ Vision einer postnationalen, demokratischen Einstellung lasse sich als eine Art provinziellen Universalismus bezeichnen.

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