Tourismus

Architekturwettbewerb soll Mosel-Region noch attraktiver machen

Kleine Hütten mit großer Wirkung: Nach dem Vorbild im Minett sollen künftig auch in der Moselgegend besondere Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. Ein neuer Architekturwettbewerb soll Tourismus, Weinbau und regionale Entwicklung miteinander verbinden.

Kleine Übernachtungshütte in Bergen, mögliche Standorte an der Mosel ab 2028 für nachhaltigen Tourismus

Kleine Übernachtungsmöglichkeiten wie diese in Bergem könnten schon Ende 2028 auch an der Mosel zu finden sein Symbolfoto: Editpress-Archiv/Alain Rischard

Nachdem die „Gîtes“, also kleine Hütten oder Ferienhäuschen, entlang des Minett Trails großen Erfolg hatten, soll das Konzept nun auch auf die Moselregion angewendet werden. Der „Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils“ (OAI) hat gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) und Tourismusminister Lex Delles (DP) am Freitag den neuen Wettbewerb „Concours OAI Gîtes Miselerland“ vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, neue und außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten in der Region Miselerland zu schaffen und dadurch den Tourismus weiter zu stärken.

Geplant ist, sowohl neue Gebäude zu errichten als auch bereits bestehende und teilweise leerstehende umzunutzen. Dazu gehören zum Beispiel alte Scheunen, ehemalige Lokale oder traditionelle Winzerhöfe. Durch diese Umnutzungen sollen nicht nur neue Unterkünfte entstehen, sondern auch bestehende Bauten erhalten und aufgewertet werden. Gleichzeitig soll der Önotourismus, also der Weintourismus, in der Region gefördert werden. Dabei geht es um touristische Angebote rund um Wein, Crémant und andere regionale Produkte wie Honig oder Obstbrand. Besucher sollen die Möglichkeit haben, diese Produkte kennenzulernen und ihren Aufenthalt direkt in einer schönen Unterkunft verbringen.

„Das Projekt trägt zur nachhaltigen Entwicklung der Moselregion bei und schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Winzer und Landwirte“, betonte Ministerin Martine Hansen. Auch Tourismusminister Lex Delles sieht großes Potenzial in dem Vorhaben: „Meiner Meinung nach sollen die geplanten Unterkünfte mehr sein als nur ein Ort zum Übernachten. Sie sollen ein besonderes architektonisches Erlebnis bieten und den Aufenthalt für Besucher attraktiver machen”.

Wer mitmachen kann

An der ersten Phase des Wettbewerbs können verschiedene Interessenten teilnehmen. Dazu gehören die zwölf Gemeinden der Region Miselerland, aktive Winzer und Landwirte, Horeca-Betriebe wie Hotels oder Restaurants sowie andere Eigentümer von Grundstücken oder Gebäuden. Voraussetzung ist, dass sich das Objekt in einer der beteiligten Gemeinden befindet. Jeder Teilnehmer darf bis zu drei Vorschläge einreichen.

Eine Jury wird anschließend zwölf Standorte auswählen. Danach beginnt die zweite Phase des Projekts, bei der Architekturbüros konkrete Konzepte für die ausgewählten Objekte entwickeln. Für jedes Objekt werden drei Entwürfe eingereicht. Besonders wichtig ist dem OAI dabei, auch jüngeren und kleineren Architekturbüros die Teilnahme zu ermöglichen.

Die Konzeptphase wird mit rund 180.000 Euro aus dem Leader-Programm finanziert. Architekturbüros erhalten für ihre Entwürfe eine Entschädigung, Winzer können Fördermittel für Baukosten beantragen. Ähnlich wie beim Minett Trail sollen an der Mosel mehrere Rundwege entstehen, die die Dörfer miteinander verbinden. Diese werden jedoch nicht alle miteinander verbunden sein.

Die Frist zum Anmelden für Grundstücke und Gebäude ist am 12. Juli 2026. Im September startet der Architekturwettbewerb, die Gewinner sollen im Februar 2027 bekannt gegeben werden. Mit den ersten fertiggestellten Unterkünften rechnet man Ende 2028 oder Anfang 2029. Zusätzlich ist für das Jahr 2028 eine Wanderausstellung geplant, bei der die verschiedenen Projekte vorgestellt werden.

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Thomas Wallrich, Jean-Claude Welter, Pierre Hurt, Martine Hansen, Lex Delles, Gilles Estgen (v.l.)

Thomas Wallrich, Jean-Claude Welter, Pierre Hurt, Martine Hansen, Lex Delles, Gilles Estgen (v.l.) Foto. OAI

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