Roman
Agnes Imhof erzählt in „Die Kastanien an der Gracht“ von Miep Gies, die Anne Frank und ihrer Familie half
Sie half Anne Frank und ihren Angehörigen: Miep Gies. Eine Ikone wollte sie nie sein, Agnes Imhof widmet ihr dennoch den Roman „Die Kastanien an der Gracht“ auf. Einblicke in das bewegte Leben einer bescheidenen Heldin.
Sah sich nie als Heldin: Miep Gies, hier im Jahr 1987 Foto: Public Domain Dedication (CC0)/Bogaerts, Rob/Anefo
Miep Gies ist längst keine Unbekannte mehr. In Düsseldorf ist ein Platz nach ihr benannt, in Gütersloh führt der Miep-Gies-Weg an der Anna-Frank-Schule vorbei – wie naheliegend! Miep Gies und Anne Frank, ihre Namen sind untrennbar miteinander verbunden. Und doch: Wer vor Jahren oder Jahrzehnten der kleinen Frau aus Amsterdam begegnete, hätte in ihr nie eine wahre Heldin, eine mutige Beschützerin der ihr anvertrauten Menschen gewähnt, die ihr Leben für etwas riskierte, was ihr bis zum Ende ihrer Tage wichtig blieb: die Freiheit und Würde des Menschen. „Ich bin keine Heldin“, hat Miep Gies immer wieder betont, „ich habe nur meine Pflicht getan, das, was einfache Menschen in außergewöhnlichen Zeiten tun können. Man hat mich gebeten zu helfen, und ich habe geholfen, so gut es ging.“ Mit diesen eher lakonischen Worten wehrte Miep Gies stets Versuche ab, sie zu einer Art Ikone zu etablieren.