L’histoire du temps présent

„98 Prozent dreimal ‚luxemburgisch‘“ bei der Personenstandsaufnahme 1941? – Teil 2

Flugblatt der Resistenzgruppe Alweraje (ALbert Wingert, WEnzel Profant, RAymond Arensdorf, JEan Doffing) mit dem fiktiven Goebbels-Brief und dem Aufruf der Alweraje, „Letzeburger an nach emol Letzeburger“ auf die Zettel zu schreiben

Flugblatt der Resistenzgruppe Alweraje (ALbert Wingert, WEnzel Profant, RAymond Arensdorf, JEan Doffing) mit dem fiktiven Goebbels-Brief und dem Aufruf der Alweraje, „Letzeburger an nach emol Letzeburger“ auf die Zettel zu schreiben Bildquelle: ANLux, FD-235-27 (Fonds Alweraje)

Am 10. Oktober 1941 ließ Gauleiter Gustav Simon, „Chef der Zivilverwaltung“ im von NS-Deutschland besetzten Großherzogtum Luxemburg, eine Personenstands- und Betriebsaufnahme durchführen. Unter den auszufüllenden Formularen befanden sich „Zählkarten“, auf welchen die Bewohner und Bewohnerinnen ihre Muttersprache, Volkszugehörigkeit sowie Personaldaten der Eltern und Großeltern – mit Angabe, ob „Juden“ oder nicht – eintragen mussten. Ziel war die Erstellung einer Volkstumskartei als Basis einer ethnischen Homogenisierung Luxemburgs, durch Aussiedlung von Bewohnern und Bewohnerinnen, welche der nationalsozialistische Besetzer nicht als deutsch ansah – im Gegensatz zum „Luxemburger“, welcher er als „Deutscher nach seiner ganzen Wesensart, nach Geschichte, nach Abstammung, Sprache und dem Raum, in den er hineingeboren ist“ betrachtete.1)

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