Kino
13. Auflage des CinEast-Festivals: Politische Filme aus Belarus
„Crystal Swan“, „Lake of Happiness“ und „II“ wurden vor den Protesten in Belarus gedreht, nahmen aber die Ereignisse in Minsk bereits vorweg
Mensch konnte bisweilen den Verantwortlichen des CinEast immer eine kommunitaristische Tendenz vorwerfen. Nur so lassen sich die fast drei Wochen, die das Festival dauert, und die riesige Filmauswahl erklären. Das CinEast wuchs über seine 13-jährige Existenz stetig. Doch dieses Jahr setzte diesem Trend einen Stopp. Aufatmen. Waren es im vergangenen Jahr über 60 Filme, so hat man bis einschließlich Sonntag bei dieser Ausgabe aus etwas weniger als 50 Spielfilmen aussuchen können. Dass jedoch gerade dieses Jahr Belarus in den CinEast-Topf geworfen wird, ist überaus spannend. Der kommunitaristische Gestus gibt einer realen gesellschaftlichen Dringlichkeit und politischen Brisanz die Klinke in die Hand. Und da kann Radek Lipka – künstlerischer Leiter des Festivals – noch so oft wiederholen, dass Politik zweitrangig ist: Belarus’ Präsenz beim CinEast-Festival 2020 ist per se politisch. Zwei Spiel- und ein Kurzfilm sind im Programm mit dem Stichwort Belarus getagged. Und so verschieden in Handlung, Ton und Form, so verbindet diese drei Werke doch einiges.