Deutschland
Zwischen Washington und Moskau sucht die AfD ihren Kurs
Die AfD legt neue Linien zu den USA und Russland vor: Sie begrüßt Trumps Kurs, fordert Zugeständnisse an Moskau und will die Ukraine neutral halten. Wie lange trägt der Spagat?
Die beiden AfD-Vorsitzenden Alice Weidel (l.) und Tino Chrupalla im Deutschen Bundestag: Außenpolitisch sind die Rechtsextremen wohl noch in einer Findungsphase, auch wenn die Richtung klar ist Foto: Michael Kappeler/dpa
Die AfD tut sich bislang schwer mit einer stringenten Außenpolitik. Den über Jahre schwelenden Streit zwischen Russlandfreunden und Transatlantikern konnte die Partei aber durch die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus Anfang 2025 weitgehend befrieden: Denn seither gibt es zwischen der AfD und Trumps MAGA-Bewegung („Make America Great Again“) rege Kontakte.
Beim Parteitag 2027 will die AfD ein neues Grundsatzprogramm beschließen – denn die aktuellen Leitlinien stammen noch aus dem Jahr 2016. In die Diskussion dürften dabei auch Positionen einfließen, die in der Bundestagsfraktion erarbeitet und in dieser Woche veröffentlicht wurden: Es handelt sich um zwei „Arbeitspapiere“ des Arbeitskreises Auswärtige Angelegenheiten der Fraktion, in denen der außenpolitische Kurs gegenüber den USA und gegenüber Russland festgelegt wurde. Die Rechtspopulisten präsentieren sich dabei als Partei mit guten Beziehungen zu Trumps USA ebenso wie zu Putins Russland.