Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern
Wie die AfD im Nordosten Manuela Schwesig beerben will
Leif-Erik Holm will in Mecklenburg-Vorpommern Ministerpräsident werden und hofft auf eine „blaue Wende“. Auf seiner Wahlkampftour macht er Station in Anklam – einer Stadt, in der die rechtsextreme Szene seit vielen Jahren fest verankert ist.
Will seine Partei weiter in die gesellschaftliche Mitte tragen: AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (r.) in Schwerin, mit der AfD-Landtagsabgeordneten Petra Federau und Dennis Hohloch aus der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg Foto: Jens Büttner/dpa
Vor dem Rathaus der Hansestadt, in der vor vier Monaten der langjährige, parteilose Bürgermeister den AfD-Gegenkandidaten haushoch besiegt hat, prangen auf einer Bühne auf blauem Hintergrund die Worte: „Bereit für die blaue Wende“. Darauf hofft die AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. In Anklam haben die Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl 2025 mehr als 45 Prozent der Zweitstimmen geholt. Doch bei der Bürgermeisterwahl im April war davon wenig zu spüren: Der Amtsinhaber Michael Galander, Kandidat der Wählergemeinschaft „Initiativen für Anklam“, gewann mit gut 72 Prozent – und regiert jetzt in der vierten Amtszeit. Der AfD-Kandidat erhielt nur knapp 28 Prozent.
Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Eher ein Hinweis darauf, dass Partei- und Personenwahlen unterschiedlichen Regeln folgen.