Waldbrände spalten Gesellschaft
Nach Verhaftung mutmaßlicher Brandstifter droht neue antiserbische Welle
Das von Waldbränden heimgesuchte Kroatien kommt nicht zur Ruhe. Nach der Verhaftung von vier mutmaßlichen Brandstiftern, darunter drei ethnische Serben, warnen Minderheitspolitiker vor einer neuen Welle des antiserbischen Hasses – und dem Zündeln mit ethnischen Vorurteilen im Adriastaat.
In den vergangenen Tagen loderten die Flammen in Kroatien, wie hier an der Adriaküste in der Nähe von Omis im Süden Foto: Tom Dubravec/AP/dpa
Den Waldbränden in Kroatien droht laut besorgten Minderheitenpolitikern ein Flächenbrand des ethnisch motivierten Hasses zu folgen. „Das Entfachen von Hass ist auch Pyromanie“, warnt Milorad Pupovac, der Chef von Kroatiens serbischer Minderheitspartei SDSS in Zagreb. Der Grund: Seit der Verhaftung von vier mutmaßlichen Brandstiftern am Wochenende – darunter drei ethnische Serben – schwappt durch Kroatiens Web- und Medienwelten eine Welle der antiserbischen Entrüstung.
Die mehrmals versuchte Brandstiftung sollen die Verhafteten bereits gestanden haben. Was die drei Männer im Alter von 42 bis 46 Jahren und eine ebenfalls verhaftete Polin dazu bewog, innerhalb von zwei Tagen zehnmal eine Brandstiftung in mehreren Dörfern in der Region von Zadar versucht zu haben, ist noch unbekannt. Doch die Entgeisterung über ihre laut Medienberichten angeblich im Vollsuff begangenen Zündlertaten geht in Kroatiens Webwelten zunehmend mit offen geäußertem Unmut über die Minderheit an sich einher.