Amtsantritt am Freitag
Wie Kolumbien mit dem neuen Präsidenten Abelardo de la Espriella einen Sprung nach rechts macht
Lateinamerika rückt weit nach rechts. Der knappe Sieg von Abelardo de la Espriella bei der Stichwahl um die kolumbianische Präsidentschaft am 21. Juni ist ein weiterer Schritt dahin, bestätigt aber auch die Zerrissenheit des Landes in zwei politische Lager. Der designierte Staatschef hat bereits vor seinem Amtsantritt am 7. August die Messer gewetzt.
Eine ehemalige Guerillakämpferin schminkt sich in Putumayo im Südwesten Kolumbiens, allerdings nicht für den Präsidenten. Die von der einstigen FARC-Guerilla abgespaltete Gruppe, der sie angehört, befürchtet, dass ihr Reintagrationsprozess mit dem Machtantritt von Abelardo de la Espriella gestoppt wird. Foto: Luis Acosta/AFP
Mit harter Hand in der Manier von El Salvadors Präsident Nayib Bukele wolle er gegen kriminelle Gruppen vorgehen und im Stile seines argentinischen Amtskollegen Javier Milei die Kettensäge bei den Staatsausgaben ansetzen. Und wie sein Unterstützer im Weißen Haus von Washington, US-Präsident Donald Trump, teilt er kräftig gegen seine Gegner aus: etwa gegen seinen Vorgänger Gustavo Petro, der die Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses anficht, ebenso gegen de la Espriellas Kontrahenten in der Stichwahl, Iván Cepeda. Beiden Politikern vom linken Wahlbündnis Pacto Histórico wirft der als rechtsextrem geltende Abelardo de la Espriella „Narco-Terrorismus“ und die Zerstörung Kolumbiens vor. Auf außenpolitischem Terrain hat er die Schließung von 14 Botschaften angekündigt, darunter jene in Kuba und Nicaragua. Zu Havanna will er jegliche Verbindungen abbrechen. Derweil reist der scheidende Staatschef Petro als Zeichen der Solidarität auf die „angegriffene“ Insel.