Klima der Angst

Wie Indonesien mit neuen Strafgesetzen demokratische Rechte abbaut

Ein verbrannter Hühnerkadaver mit Drohbrief, Molotowcocktails gegen Regierungskritiker: Seit Anfang Januar herrscht in Indonesien ein Klima der Angst. Ein neues Strafgesetzbuch verleiht der Regierung weitreichende Befugnisse zur Unterdrückung der Opposition. Menschenrechtler warnen vor einem gefährlichen Abrutschen in den Autoritarismus.

Indonesischer Präsident Prabowo Subianto spricht, symbolisiert geplante Einschränkung der Freiheitsrechte in Indonesien

Der indonesische Präsident Prabowo Subianto will die Freiheitsrechte im Land noch weiter einschränken Foto: Mandel Ngan/AFP

Als der Greenpeace-Aktivist Iqbal Damanik am frühen Morgen des 30. Dezember die Tür seines Hauses öffnete, fand er einen unverpackten Hühnerkadaver auf seiner Terrasse. Die beigelegte handgeschriebene Notiz ließ keinen Zweifel: „Pass auf deine Worte auf, wenn du deine Familie schützen willst.“ Nur einen Tag später warfen zwei Maskierte einen Molotowcocktail auf das Haus des Influencers DJ Donny in Jakarta. Beide hatten die Regierung zuvor öffentlich für ihr Versagen bei den verheerenden Überschwemmungen in Nordsumatra kritisiert.

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