Standpunkt

Wer gewinnt wirklich beim Handelsabkommen zwischen den USA und der EU?

Die „reziproken Zölle“ von US-Präsident Donald Trump haben das Welthandelssystem grundlegend erschüttert. Die von ihm angekündigten vagen, unverbindlichen „Vereinbarungen“ sind reine Augenwischerei. Jede einzelne wurde einseitig verhängt, um mithilfe der wirtschaftlichen und geopolitischen Macht der USA Zugeständnisse von den Handelspartnern zu erzwingen. Aus diesem Grund variieren die Zollsätze sowohl nach Ländern (manchmal aufgrund politischer Motive) als auch nach Sektoren (Stahl, Autos und Autoteile sowie Halbleiter).

„America first“: Die Zölle sind alles andere als reziprok. Doch die EU ist aus Krisen stets gestärkt hervorgegangen und das Handelsabkommen mit den USA sollte ihre Ziele nicht gefährden.

„America first“: Die Zölle sind alles andere als reziprok. Doch die EU ist aus Krisen stets gestärkt hervorgegangen und das Handelsabkommen mit den USA sollte ihre Ziele nicht gefährden. Foto: AFP/Drew Angerer

Der durchschnittliche US-Zollsatz liegt derzeit bei 18,6 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit den Smoot-Hawley-Zöllen, die die Weltwirtschaft lahmlegten und zur Weltwirtschaftskrise beitrugen. Vorbei ist es mit den Grundsätzen der Inländerbehandlung (Gleichbehandlung ausländischer und inländischer Produzenten) und der Meistbegünstigung (Gleichbehandlung von Handelspartnern), also den Eckpfeilern der Nachkriegsordnung, die den Handel, grenzüberschreitende Investitionsströme und die wirtschaftliche Entwicklung weltweit begünstigt haben.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Venezuela

UNO: 920 Tote und mehr als 50.000 Vermisste nach Erdbeben