Nach US-Zwischenwahlen
Weltweites „Blutbad“ an den Aktienmärkten
Weltweit sind die Aktienkurse infolge der Zwischenwahlen in den USA eingebrochen. Vor allem an den asiatischen Börsen gab es am Freitag massive Kursverluste getrieben von Tech-Unternehmen und Chipherstellern. Auch in Europa drehten die Kurse den Tag über ins Minus. Analysten sprachen von einem „Blutbad“.
Die Verluste an der New York Stock Exchange weiteten sich am Freitag in Asien aus Foto: Spencer Platt/Getty Images via AFP
Die asiatische Tech-Industrie hatte in den vergangenen Monaten stark vom KI-Boom und dem Ausbau von Rechenzentren profitiert. Der Wahlsieg der Demokraten in den USA stellt jedoch den bisherigen Kurs Washingtons infrage, denn der ungebremste Bau von Rechenzentren hat in den USA vielerorts für Widerstand von Anwohnern gesorgt. Das Thema spielte im Wahlkampf dann eine wichtige Rolle. Viele demokratische Kandidaten warben damit, den Bau von Rechenzentren stärker zu regulieren.
Die Ergebnisse der US-Wahlen vom Dienstag hatten an vielen Märkten zunächst für Aufwind gesorgt. Anleger hofften infolge der krachenden Niederlage der Republikaner von Präsident Donald Trump auf eine militärische Entspannung im Iran-Krieg. Abwärts ging es zunächst vor allem für US-Techkonzerne wie SpaceX und Google.
Die Verluste des US-Tech-Indexes Nasdaq weiteten sich dann jedoch aus. Am Donnerstag sackte der Nasdaq um 5,5 Prozent ab – es war der schlechteste Tag seit April 2025, als Trump die Welt mit der Ankündigung massiver Zollaufschläge für viele Länder geschockt hatte. Analysten zufolge sorgte insbesondere die Forderung des demokratischen Senators Bernie Sanders am Donnerstag nach einem US-weiten Moratorium für den Bau von Rechenzentren für Unruhe.
Europa weniger stark betroffen
Der Ausverkauf von Tech-Aktien setzte sich dann in Asien weiter fort. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach kurzzeitig um fast neun Prozent ein und schloss am Ende bei sechs Prozent im Minus – geprägt von massiven Verlusten der wichtigen Halbleiterhersteller SK Hynix und Samsung.
In Tokio gingen die Kurse im Schnitt um sechs Prozent nach unten. Der Großinvestor Softbank, der an vielen KI-Projekten in den USA beteiligt ist, verlor mehr als zehn Prozent. In Taiwan zog der Chiphersteller TSMC den Index nach unten. Auch Hongkong, Schanghai, Sydney, Singapur, Jakarta, Bangkok, Wellington und Manila schlossen im Minus.
Die europäischen Börsen sind weniger stark betroffen, lagen aber dennoch deutlich im roten Bereich. In Paris ging es bis Mittag um rund 1,7 Prozent nach unten, in London um gut zwei Prozent und in Frankfurt um 2,4 Prozent. Der Dax hatte infolge der Hoffnung auf Entspannung in Nahost am Donnerstag ein neues Allzeithoch von über 26.600 Punkten erreicht. Am Freitag notierte er zwischenzeitlich rund 750 Zähler niedriger.