Meinung
Was der erbärmliche Auftritt des Audi-Chefs über Europas Wirtschaftsbosse verrät
Eine Woche vor den US-Zwischenwahlen tritt Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump auf einer Wahlkampfbühne auf. Ein Tabubruch. Ethische Grundsätze sind offenbar auch für manche europäische Top-Manager nachrangig.
Während US-Präsident Donald Trump im Hintergrund stehend zu schlafen scheint, ist Audi-Chef Gernot Döllner (r.) dem Republikaner in Georgia beim Wahlkampf behilflich Foto: Mike Stewart/AP/dpa
Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner auf der Wahlkampfbühne von US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Georgia war eine unerträgliche Grenzüberschreitung eines deutschen Top-Managers. Trump steht für eine anti-demokratische, anti-europäische, rassistische und unsoziale Politik, Menschen- und Freiheitsrechte tritt er mit Füßen. Die Not eines Konzernchefs, noch dazu eines ausländischen, kann gar nicht so groß sein, dass sie ihn zu diesem verhängnisvollen Pakt verführt. Döllner, dessen Unternehmen in den USA eine Vier-Milliarden-Dollar-Fabrik errichten wird, ließ sich von Trump erst mit hohen US-Einfuhrzöllen erpressen, dann mit Subventionen kaufen und ausgerechnet eine Woche vor den US-Midterms vor der Weltöffentlichkeit auch noch vorführen. Erbärmlich.