Brasilien
Nach der Wahl: Lula schmiedet bereits Koalitionen
Dem Siegestaumel folgte die Ernüchterung: Während Brasilien am Tag nach der Stichwahl einen kleinen Börsencrash erlebte, ging Wahlsieger Luiz Inácio Lula da Silva bereits zur Regierungsbildung über.
Geraldo Alckmin (rechts von Lula), bisher Vizepräsident, dürfte auch künftig eine wichtige Rolle in der neuen Regierung spielen Foto: Nelson Almeida/AFP
Als der Wahlsieger die Glückwünsche aus aller Welt entgegennahm, unter anderem aus der Europäischen Union, erlebten die brasilianischen Märkte einen Kurssturz. An der Börse von São Paulo büßte der Leitindex Bovespa am Morgen bis zu 25 Prozent ein, auch die Landeswährung Real wurde gegenüber dem US-Dollar mehr als acht Prozent tiefer gehandelt.
Derweil streute US-Präsident Donald Trump Zweifel am Wahlsieg Lula da Silvas. Bereits am Wahlabend hatte der in der Stichwahl unterlegene ultrarechte und von Trump unterstützte Flávio Bolsonaro angekündigt, das Ergebnis anzufechten und gerichtlich dagegen vorzugehen. Allerdings werden ihm nach aktuellen Informationen aus Brasilien dabei nur geringe Erfolgschancen eingeräumt.