Zwei weitere Jahre Trump

Was bei den US-Zwischenwahlen auf dem Spiel steht

Selbst eine krachende Wahlniederlage der Republikaner wird den amerikanischen Präsidenten nicht stoppen. Den „Deal des Jahrhunderts“ mit Putin und den Sieg gegen Iran sieht er als sein außenpolitisches Vermächtnis an.

Trump – hier mit dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer Mike Johnson (l.) und Innenminister Doug Burgum (r.) – wird sich nicht von eventuellen Niederlagen seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen aufhalten lassen

Trump – hier mit dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer Mike Johnson (l.) und Innenminister Doug Burgum (r.) – wird sich nicht von eventuellen Niederlagen seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen aufhalten lassen Foto: Andrew Harnik/Getty Images via AFP

Es ist das Polit-Ereignis des Jahres: Kein Urnengang hält die Welt derart in Atem wie die Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress am 3. November. US-Präsident Donald Trump selbst hat die Abstimmung zum Referendum über seinen Kurs hochstilisiert. Und das, obwohl es nicht um den Top-Job im Weißen Haus geht, sondern vor allem um die Zusammensetzung der beiden Parlamentskammern Repräsentantenhaus und Senat. Politik ist für Trump in erster Linie Selbstbespiegelung, das Ego wird zum Maß aller Dinge. Trumps Kritiker hoffen, dass die oppositionellen Demokraten eine Mehrheit in beiden Häusern bekommen und seine imperiale Präsidentschaft einhegen. Seine Anhänger wollen, dass ihr Idol „Make America Great Again“ in Reinform fortsetzt.

Nach Einschätzung vieler Beobachter werden die Republikaner zumindest das Repräsentantenhaus verlieren. Fast jeder Präsident erhält in der Mitte seiner Amtszeit einen Denkzettel, wenn die Wählerinnen und Wähler Dampf ablassen. Das ist das Gesetz der Serie. Doch dieses Mal hat der Chef des Weißen Hauses extrem starken Gegenwind. Die Inflationsrate steigt schneller als die Reallöhne. Trumps Zollpolitik macht Importe teurer, der Iran-Krieg treibt Sprit- und Lebensmittelpreise nach oben. In landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten wie Nebraska oder Kansas – traditionell Hochburgen der Republikaner – sorgen hohe Dieselpreise für Verdruss. Plötzlich haben demokratische Kandidaten dort gute Chancen. Hinzu kommt, dass viele Latinos, die in heiß umkämpften Staaten wie Arizona oder Colorado mindestens 20 Prozent der registrierten Wähler ausmachen, Trump den Rücken kehren. Stimmten 2024 noch 44 Prozent für die Republikaner, sind es laut Umfragen heute nur noch 31 Prozent.

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