Brexit
Warum ausgerechnet die wirtschaftlich unbedeutende Fischerei einem Vertrag im Weg steht
Die Fischerei ist für Großbritannien eigentlich unbedeutend. Trotzdem könnte sie mit darüber entscheiden, ob es zu einem Handelsvertrag mit der EU kommt. Das hat mit Nostalgie zu tun. Und mit dem Druck eines fast schon vergessenen Rechtspopulisten.
Harter Job: Ein französischer Fischer im Ärmelkanal – bei der Fischerei steht für Brüssel und London viel auf dem Spiel Foto: AFP/Nicolas Gubert
Im langwierigen Brexitprozess sind schon viele vermeintlich endgültige Termine gekommen und gegangen. So dürfte es auch jener Parole gehen, die der britische Premierminister Boris Johnson Anfang September ausgab: Sollte bis zu dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel der Vertrag über die künftige Wirtschaftszusammenarbeit nicht unterschriftsreif vorliegen, müsse man eben ohne Deal auseinandergehen. „Unser Land wird in jedem Fall prosperieren“, tönte der konservative Politiker. Nüchterner drückt es die deutsche Kanzlerin und derzeitige EU-Ratspräsidentin Angela Merkel aus: „Unglücklicherweise“ müsse man auch für den No Deal gewappnet sein.