Spanien
Wahl in Katalonien: Separatistenchef Carles Puigdemont im Aufwind
Entscheidende Wahlen in Spaniens eigenwilliger Region Katalonien, in der die Unabhängigkeitsbewegung einen eigenen Staat anstrebt: Am Sonntag (12. Mai) wird in dem nordostspanischen Territorium mit der Regionalhauptstadt Barcelona eine neue Regierung gewählt.
Carles Puigdemont macht in Argelès-sur-Mer im Süden Frankreichs Wahlkampf, zu Hause besteht noch ein Haftbefehl gegen den Separatistenführer Foto: AFP/Josep Lago
Für besondere Spannung sorgt die Kandidatur des nach Brüssel geflüchteten Separatistenchefs Carles Puigdemont, der nach sechs Jahren im selbstgewählten Exil darum kämpft, wieder die Macht in Katalonien zu übernehmen. Dabei schreckt es Puigdemont nicht, dass gegen ihn in Spanien immer noch ein Haftbefehl wegen illegaler Unabhängigkeitsaktivitäten besteht. Hintergrund ist das von Puigdemont im Jahr 2017 organisierte Unabhängigkeitsreferendum, das er entgegen einem Verbot des spanischen Verfassungsgerichts durchsetzte. In Spaniens Grundgesetz ist die Einheit der Nation verankert. Entsprechend ist eine Volksabstimmung über eine regionale Abspaltung nicht erlaubt.