Peru
Von der „Primera Dama“ zum Staatsoberhaupt
Wie in jüngerer Zeit in etlichen anderen lateinamerikanischen Ländern stellt nun auch in Peru die autoritäre Rechte das Staatsoberhaupt. Nachdem Keiko Fujimori am 7. Juni die Stichwahl gewonnen hat, ist sie neue Präsidentin des Landes.
Keiko Fujimori beim Verlassen des Kongresses in Lima am 28. Juli Foto: AFP/Ernesto Benavides
Im vierten Anlauf hat sie es geschafft. 2011, 2016, 2021 – dreimal war Keiko Fujimori bei der Präsidentschaftswahl gescheitert. Jedes Mal unterlag sie nur knapp. Ollanta Humala, Pedro Pablo Kuczynski und Pedro Castillo hießen ihre siegreichen Gegner. Auch diesmal fiel der Vorsprung knapp aus, nun zugunsten von Keiko Fujimori. Nur etwa 50.000 Stimmen hatte die Kandidatin der konservativen Partei Fuerza popular mehr als ihr Kontrahent Roberto Sánchez von der linken Wahlkoalition Juntos por el Perú, die als politische Partei organisiert ist. Im ersten Wahlgang hatte Keiko Fujimori unter mehr als 30 Kandidaten nur 17 Prozent der Stimmen erreicht, im zweiten waren es 50,135 Prozent, Sánchez hatte 49,865 Prozent. Während vor allem im Süden des Landes in den ländlichen und vom Bergbau geprägten Anden-Regionen Sánchez dominierte, erzielte Keiko Fujimori in Lima und an der Küste ihre stärksten Ergebnisse. Am 28. Juli wurde die 51-Jährige vereidigt, auf den Tag 36 Jahre nach ihrem Vater – und als neunte Präsidentin des Landes in zehn Jahren.