Analyse
Vom Krisenstaat zum Vorbild: Warum Spanien plötzlich so viele Bewunderer hat
Seit Spaniens Nationalelf Weltmeister ist, wird nicht mehr nur über Fußball gesprochen. Der Titel hat den Blick auf ein Land gelenkt, das in Europa ohnehin schon seit einiger Zeit auffallend gut ankommt.
Vielfältig und erfolgreich, nicht nur im Fußball: Spanien hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt Foto: Franck Fife/AFP
Der WM-Sieg hat dieses Bild nicht geschaffen. Er hat nur dafür gesorgt, dass plötzlich sehr viel mehr Menschen darüber reden. Denn Spaniens Ansehen hat sich schon seit längerem verändert – und das hat mit Fußball zunächst einmal wenig zu tun.
Noch vor anderthalb Jahrzehnten galt das Land als eines der Sorgenkinder Europas. Die Finanz- und Immobilienkrise traf Spanien besonders hart. Halbfertige Wohnsiedlungen standen leer, die Arbeitslosigkeit schoss in die Höhe, und viele junge Akademiker gingen ins Ausland, weil sie zu Hause keine Zukunft mehr sahen.