Erneute Gespräche?
„Verlangten alles im Voraus“: USA über Irans Hormus-Angebot
Der Iran machte am Rande der UN-Vollversammlung einen neuen Vorstoß zur Öffnung der Straße von Hormus. Trump hat diesen abgelehnt. Nun erklärt der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, warum.
Seyed Abbas Araghtschi, Außenminister des Iran, nahm an bilateralen Gesprächen am Rande der UN Generalversammlung bei den Vereinten Nationen teil Foto: Michael Kappeler/dpa
Die USA haben nach Angaben ihres Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt, weil der Iran dafür einige Vorbedingungen verlangt hat. Teheran habe die Aufhebung weitreichender Sanktionen sowie den Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten in Milliardenhöhe gefordert, sagte Waltz dem US-Sender CNN.
„Sie verlangten alles im Voraus“, fasste der US-Botschafter zusammen und bemängelte, dass die Iraner sich erst danach zu Verhandlungen bereiterklärt hätten. US-Präsident Donald Trump sei nicht überzeugt, dass die Iraner tatsächlich über die Beendigung ihres umstrittenen Atomprogramms verhandeln würden.
Trump: Angebot war nicht annehmbar
Trump hatte jüngst mitgeteilt, dass er einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöl-Lieferungen wichtigen Meerenge abgelehnt habe, weil das Angebot nicht annehmbar gewesen sei. Er verwies darauf, dass die US-Seeblockade den Iran unter wirtschaftlichen Druck setze, weil kein Geld aus Energieexporten mehr reinkomme.
Zuvor hatte Irans Außenminister Abbas Araghtschi gesagt, Teheran habe Washington über Katar einen „Sieben-Tage-Plan“ übermittelt. „Sie können diesen Sieben-Tage-Plan akzeptieren, und am Ende wird die Straße von Hormus geöffnet sein“, sagte Araghtschi. Laut ihm war Teil des Vorschlags, dass die USA zunächst bestimmte Anforderungen erfüllen. Dem Wall Street Journal zufolge gehörte dazu, dass die USA ihre Seeblockade aufheben.
Freie Schifffahrt durch Straße von Hormus vor dem Krieg
Vor dem Iran-Krieg, den die USA und Israel Ende Februar gemeinsam begonnen hatten, verlief die Schifffahrt in der Meerenge weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus transportiert, die auch für den Transport von Flüssiggas und Dünger wichtig ist. Bereits kurz nach Kriegsbeginn brachte der Iran den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an.
Die USA reagierten auf die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran mit einer eigenen Blockade iranischer Seehäfen, um das Land wirtschaftlich unter Druck zu setzen.
Kurdenführer im Irak: US-Abzug ist eine „Schande“
Der Ministerpräsident der Kurdenregion im Irak hat den in wenigen Tagen bevorstehenden Abzug des US-Militärs aus dem Land als „Schande“ bezeichnet. „Die Bedrohung ist echt – wir sind verwundbar, wir werden angegriffen“, sagte Masrur Barsani der Financial Times. „Jetzt ohne, sagen wir, ein angemessenes Verteidigungssystem alleingelassen zu werden, ist eine Schande.“ Die kurdische Regionalregierung könne keine eigenen Flugabwehrsysteme kaufen. Das könne nur die Zentralregierung in Bagdad.
Der Abzug des US-Militärs aus dem Irak soll bis zum 30. September und damit bis kommenden Mittwoch abgeschlossen sein. Der Schritt wurde schon 2024 vereinbart, nachdem der Kampfeinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereits 2021 für beendet erklärt wurde. Das US-Militär war 2003 im Irak einmarschiert, wo Machthaber Saddam Hussein gestürzt wurde. Nach Ende der Mission 2011 kehrten die US-Truppen 2014 zum Kampf gegen den IS zurück.