Iran-Krieg

Ungewissheit über Fortsetzung von Verhandlungen

Kurz vor dem Ende der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg herrscht Ungewissheit über die Fortsetzung der Friedensverhandlungen.

US-Hubschrauber bei Militäroperation zur Übernahme eines iranischen Schiffes im Golf von Oman

Das Bild zeigt einen US-Hubschrauber, der an einer Aktion zur Übernahme eines iranischen Schiffes durch die US-Armee im Golf von Oman beteiligt ist Foto: US Central Command Public Affairs/AFP

Der Iran traf nach Angaben seines Außenministeriums „noch keine Entscheidung“ über eine Teilnahme an Gesprächen mit den USA, zu denen laut US-Präsident Donald Trump am Montag eine US-Delegation in Pakistan eintreffen sollte. Derweil brachte die US-Armee einen iranischen Frachter im Golf von Oman unter ihre Kontrolle. Teheran kündigte daraufhin Vergeltung an. Der Ölpreis schnellte angesichts befürchteter neuer Angriffe in die Höhe.

„Wir haben keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde, aber es wurde diesbezüglich noch nichts entschieden“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei. Er warf den USA vor, es „nicht ernst mit der Diplomatie“ zu meinen.

Bakaei verwies auf „eindeutige Verstöße“ seitens der USA gegen die Feuerpause. Konkret nannte er einen US-Angriff auf ein Frachtschiff und die Seeblockade iranischer Häfen – sowie die Lage im Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah sich trotz einer seit Freitag geltenden separaten Waffenruhe zwischen Beirut und Israel Gefechte mit der israelischen Armee liefert.

Die USA werfen dem Iran ihrerseits massive Verstöße gegen die Waffenruhe vor – darunter mit Angriffen am Samstag, die sich laut Trump gegen ein französisches und ein britisches Schiff richteten, sowie mit der erneuten Blockade der Straße von Hormus. Der Iran hat die für den Welthandel immens wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn weitestgehend gesperrt.

Iranisches Schiff unter US-Kontrolle

Während der Feuerpause sollte unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden. Die erste Gesprächsrunde vor gut einer Woche ging allerdings ohne Ergebnis zu Ende. Trump kündigte am Sonntag an, dem Iran einen „vernünftigen Deal“ anzubieten. Bei einer Ablehnung würden die USA „jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran“ zerstören.

Trump teilte am Sonntag mit, dass die US-Marine auf den unter iranischer Flagge fahrenden und mit US-Sanktionen belegten Frachter „Touska“ geschossen und das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht habe. Es habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen.

Teheran drohte daraufhin erneut mit Vergeltung. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Montag, Teheran habe nach dem „Angriff“ auf die „Touska“ Drohnen in Richtung von US-Militärschiffen gestartet. Laut dem Sprecher des iranischen Generalstabs würden „die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen“.

Befürchtungen über eine Fortsetzung des Krieges ließen die Ölpreise erneut in die Höhe schnellen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI stieg um 7,5 Prozent an, während der Preis für die Nordseesorte Brent um 6,5 Prozent zulegte.

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