Weltnaturkonferenz endet
Umweltminister Wilmes: Luxemburg wird seinen Teil übernehmen
Bis in den Morgen verhandelte die Staatengemeinschaft bei der Weltnaturkonferenz. In ihrem Ausgang sehen Umweltschützer positive Signale – aber nicht nur.
Eine Meeresschildkröte schwimmt am Tauchplatz Mayhem Ridge Foto: Claudia Rosel/AP/dpa
Nach der 17. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (COP17) zeigen sich Umweltschützer verhalten, sehen aber auch Positives. Fast 200 Mitgliedsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt haben seit dem 19. Oktober knapp zwei Wochen lang in der armenischen Hauptstadt Eriwan verhandelt – insgesamt einen Tag länger als geplant. Im Fokus stand dabei, wie selbstgesteckte Ziele für den Schutz der Artenvielfalt trotz Rückschlägen erreicht werden können.
Die Konferenz sei zwar von Kompromissen und Abschwächungen geprägt, liefere aber ein positives Ergebnis, teilte die Naturschutzorganisation WWF mit. „Als wichtigstes Ergebnis begrüßt der WWF, dass sich die Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt haben, um die Umsetzung der selbstgesetzten Ziele bis 2030 zu beschleunigen.“
Es geht um 23 Ziele zur Artenvielfalt
Vor vier Jahren hatten sich die Staaten im Weltnaturvertrag auf 23 Ziele zum Schutz und zur Wiederherstellung der Artenvielfalt geeinigt, die sie bis 2030 erreichen wollen. Unter anderem sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz gestellt werden.
Aus einem kurz vor der Konferenz veröffentlichten Zwischenbericht ging hervor, dass die Ziele ohne mehr Tempo bei der Umsetzung nicht erreicht werden können. Die Bestandsaufnahme und Wege zu einer schnelleren Umsetzung standen im Fokus der knapp zweiwöchigen Verhandlungen.
„Rückenwind für kommende Klimaverhandlungen“
Von Greenpeace hieß es, die Konferenz habe zwar einen Kurs für die Umsetzung des Weltnaturvertrags festgelegt, doch es fehle eine Antwort, die der im Zwischenbericht dargelegten Dringlichkeit gerecht werde.
Als Ergebnisse nannte die Organisation, dass schädliche Subventionen umgewidmet und mehr Geld für Naturschutz mobilisiert werden solle, Klima- und Naturschutz besser verzahnt werden sollten und die Beschlüsse der Konferenz Rahmenbedingungen für den Schutz der Wälder und Meere stärkten. Laut dem WWF gab es einen Kompromiss bei der Biodiversitätsfinanzierung, der kleine Schritte in Richtung künftiger Lösungen liefere.
„Die Beschlüsse der Weltnaturschutzkonferenz geben jetzt Rückenwind für die kommenden Klimaverhandlungen in Antalya und den Schutz der Hohen See“, sagte ein Sprecher von Greenpeace. Für internationalen Naturschutz müsse mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, „besonders auf direktem Wege für Indigene Gemeinschaften zum Beispiel im global wichtigen Amazonasgebiet“.
Umweltminister Wilmes: Luxemburg wird seinen Teil übernehmen
Umweltminister Serge Wilmes (CSV) sagte in einer Pressemitteilung zum Ende der COP17: „Die erste weltweite Bestandsaufnahme zeigt uns deutlich, dass wir uns nicht mehr mit dem Status quo zufrieden geben können.“ Der globale Rahmen sei vorhanden, die Wissenschaft sei eindeutig und es gebe Lösungen.
„Wir müssen nun die Umsetzung beschleunigen, mehr Finanzmittel mobilisieren und die biologische Vielfalt in alle Bereiche der öffentlichen Politik integrieren“, heißt es von Wilmes weiter. Luxemburg werde weiterhin seinen Teil der Verantwortung voll und ganz übernehmen.