Künstliche Intelligenz
USA und China richten Kommunikationskanal für KI-Zwischenfälle ein
Die USA und China haben angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz eine KI-Hotline eingerichtet. Die EU plädiert dafür, einen Gang bei der Entwicklung zurückzuschalten.
Die beiden Präsidenten Trump und Jinping beim chinesischen Staatsbesuch in den USA Foto: AFP
Angesichts zunehmender Forderungen nach einer Regulierung und mehr internationaler Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (KI) richten die USA und China einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle mit der rasant voranschreitenden Technologie ein. Darüber hinaus vereinbarten beide Länder nach Angaben des Weißen Hauses beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington ein Dialogformat zum Austausch über Chancen und Risiken der Technologie.
Das chinesische Staatsfernsehen bestätigte am Samstag die Einrichtung der KI-Hotline. Die Vereinbarung folgt auf Forderungen nach einem engeren Austausch der beiden international führenden KI-Mächte. UN-Generalsekretär António Guterres hatte die USA und China zu einem Dialog über die Zukunft der Technologie aufgerufen und dabei auf Kommunikationskanäle zwischen Washington und Moskau während des Kalten Krieges verwiesen.
„Alles bleibt so, wie es ist“
Vor dem Treffen hatte der US-Präsident Donald Trump erklärt, „Superintelligenz“ werde „ein großes Diskussionsthema sein, aber ich möchte, dass alles genauso bleibt, wie es ist“. Das sei auch Chinas Position, fügte er hinzu. Chinas Präsident Xi Jinping hatte erklärt, die USA und China hätten „die Verantwortung, KI zum Wohle der Allgemeinheit zu entwickeln und zu verwalten und dafür zu sorgen, dass ihre Entwicklung stets unter menschlicher Kontrolle bleibt“.
In der Erklärung des Weißen Hauses hieß es weiter, beide Seiten würden den Begriff „Superintelligenz“ anstelle von Künstlicher Intelligenz nutzen. Trump hatte diesen Begriff am Dienstag bei der UN-Generaldebatte ins Spiel gebracht, da dies „viel besser“ klinge und angesichts der großen Chancen durch diese Technologie „viel passender“ sei.
Mehr Zwischenfälle
Der US-Präsident, der staatliche KI-Regulierung ablehnt, will den positiv besetzten Begriff den Warnungen vor den womöglich katastrophalen Folgen einer ungesteuerten KI-Entwicklung entgegensetzen. Das chinesische Außenministerium erklärte dazu am Samstag, Peking „respektiere“ diese Wortwahl. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den „Austausch verstärken“ und „nach einem Konsens suchen“.
In den vergangenen Monaten wurden immer wieder Zwischenfälle bekannt, bei denen sich KI-Agenten selbstständig gemacht hatten und anders agierten als vorgesehen. So hatte etwa ein KI-Programm des US-Unternehmens OpenAI eine Website der australischen Regierung gehackt. Zudem bestätigte OpenAI einen Zeitungsbericht, wonach seine KI-Werkzeuge auf Internetseiten von US-Bundesbehörden zugegriffen hatten.
Angesichts der bedenklichen Vorfälle gibt es Forderungen nach einer langsameren Entwicklung von KI. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, sie werde die führenden KI-Firmen zu Beratungen darüber einladen, „einen Gang zurückzuschalten“.