Ölinsel Khrag
US-Finanzminister spekuliert auf „shut in“: Iranische Ölproduktion soll brachliegen
Die US-Blockade von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran scheint nach Darstellung von US-Finanzminister Bessent zu funktionieren. Was weiß er im Detail?
Dieses Satellitenbild der iranischen Ölinsel Kharg ist auf den 8. Mai datiert und soll einen Ölteppich vor der Küste zeigen Foto: AFP
Die iranische Ölproduktion ist nach Darstellung von US-Finanzminister Scott Bessent zum Stillstand gekommen. Seit drei Tagen sei kein Öl mehr auf der für den Export wichtigen Insel Kharg verladen worden. „Wir gehen davon aus, dass ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind“, sagte er im Interview des US-Senders CNBC und führte fort: „Es fahren keine Schiffe aus, es kommen keine Schiffe an, sie können also kein Öl auf See lagern.“
Wenn der Iran sein Öl nicht mehr verkaufen kann, drohen Speicher vollzulaufen. Wenn deswegen Erdölbohrlöcher geschlossen werden müssten, können diese langfristig beschädigt werden. Darauf spielte Bessent bereits in der Vergangenheit an: Die Blockade werde zu einem sogenannten „shut in“ der iranischen Ölanlagen führen und die Seeblockade die Einnahmen Teherans ins Visier nehmen.
Bessent kam im Gespräch mit CNBC anhand von Satellitenbildern zu dem Schluss, dass der Iran mit dem Herunterfahren der Produktion begonnen habe. Der Minister wertete dies als Erfolg der US-Blockade von Schiffen, die iranische Schiffe ansteuern oder verlassen wollen – das US-Militär fängt diese seit Wochen ab und will damit Teheran wirtschaftlich in die Knie zwingen, weil dann kein Öl mehr exportiert werden kann. US-Präsident Donald Trump hatte diese als Reaktion auf die iranische Blockade der Straße von Hormus verhängt.
Nach der US-Offensive und der anschließenden Waffenruhe erlebt der Iran eine historische Inflationswelle. Die Landeswährung, der Rial, ist auf ein Rekordtief gefallen, während sich die Verbraucherpreise nahezu verdoppelt haben. Beobachter führen die Entwicklung vor allem auf die US‑Blockade in der Straße von Hormus zurück, durch die der iranische Ölexport – die wichtigste Einnahmequelle des Landes – massiv eingeschränkt wurde.