Gazastreifen
UNO wirft Israels Armee Tötung hunderter Hilfesuchender vor
Nach dem Tod hunderter Zivilisten an Essens-Ausgabestellen im Gazastreifen wächst die Kritik an Israel: Das UN-Menschenrechtsbüro warf dem israelischen Militär am Dienstag vor, seit Ende Mai mindestens 1.054 Menschen in der Nähe von Ausgabestellen für humanitäre Hilfe getötet zu haben. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, Angriffe auf hilfesuchende Zivilisten seien „nicht zu rechtfertigen“.
Im Norden des Gazastreifens wurden am Dienstag Säcke mit Mehl verteilt: 21 Kinder sind in den vergangenen drei Tagen wegen Mangelernährung und Hunger im Gazastreifen gestorben, so der Leiter des größten Krankenhauses in der Region Foto: Omar Al-Qattaa/AFP
Fast 21 Monate nach Beginn des Krieges im Gazastreifen ist die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet katastrophal. Nach einer wochenlangen israelischen Blockade von Hilfslieferungen errichtete die neu gegründete und von den USA unterstützte Stiftung Gaza Humanitarian Foundation (GHF) Ende Mai Verteilzentren im Gazastreifen. Die UNO und große Hilfsorganisationen verweigern die Kooperation mit der Stiftung und werfen ihr vor, sich nach den Plänen der israelischen Armee auszurichten und damit gegen grundlegende humanitäre Prinzipien zu verstoßen.