Letzte unabhängige Presse in Serbien
United-Group-Medien werden an Luxemburger Investmentfonds mit Banden zu Orban verkauft
Ziehen Serbiens Machthaber mit Hilfe von Auslandsinvestoren den letzten unabhängigen Medien von Bedeutung den Zahn? Der nun vereinbarte Verkauf der Medien der United Group an einen Luxemburger Investmentfonds mit Banden zu Ungarns Ex-Premier Orban lässt Branchenverbände um die Pressefreiheit bangen.
Vor allem der Nachrichtensender N1 hat so viel und ausführlich wie kein anderes Medium über die Studentenproteste gegen die Korruption berichtet Foto: AFP/Olivier Bunic
Die vereinbarte Kaufsumme von 30 Millionen Euro scheint für rund 20 Kabel-TV-Sender, Nachrichtenportale, Zeitungen und Wochenmagazine in den ex-jugoslawischen Staaten keineswegs hoch. Dennoch schlägt der nun verkündete Eigentümerwechsel bei dem erst zu Jahresbeginn geschaffenen und in Luxemburg registrierten „Adria News Network“ (ANN) hohe Wellen.
Über eine ebenfalls in Luxemburg registrierte Tochter soll der portugiesische Alpac Capital Fonds die ANN-Medien von der in den Niederlanden registrierten United Group B.V. (UG) übernehmen. „Dieser Verkauf ist nicht nur eine geschäftliche Transaktion“, warnt die Europäische Journalistenföderation (EFJ) in einer gemeinsamen Erklärung mit den Journalistengewerkschaften der Region: „Es geht um das Recht der Bürger in Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro und Serbien, Zugang zu verlässlichen und unabhängigen Informationen zu haben.“