Peru
Stichwahl um die Präsidentschaft steht auf Messers Schneide
Die konservative Kandidatin Keiko Fujimori und der linke Politiker Roberto Sánchez treten am 7. Juni in der Stichwahl um die Präsidentschaft in Peru gegeneinander an. Bis ein offizielles Ergebnis des ersten Wahlganges feststand, hatte es mehr als einen Monat gedauert.
Präsidentschaftskandidat Roberto Sánchez, hier am 27. Mai in Pucallpa, sieht in der Stichwahl am 7. Juni durchaus Siegchancen Foto: Hugo Alejos/AFP
Zuerst kamen die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig an, einige Wahllokale öffneten erst einen Tag später, und schließlich zog sich die Auszählung durch die Nationale Wahlbehörde dahin. Die Zahl der Kandidaten bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen war gewaltig, was einiges aussagt über die politische Krise und zersplitterte politische Landschaft in Peru. 35 waren am 12. April zum ersten Wahlgang an den Start gegangen. Es war abzusehen, dass kaum jemand gleich die nötige Mehrheit erreichen würde.
Das beste Resultat erzielte mit 17,2 Prozent der Stimmen (etwa 2,9 Millionen) die Erstplatzierte Keiko Fujimori von der konservativen Fuerza Popular (FP), bei weitem zu gering, um gleich ins Präsidentenamt gewählt zu werden. Um den zweiten Platz ging es denkbar knapp zu: Schließlich lag Roberto Sánchez Palomino von der progressiven, sozialdemokratischen Partei Juntos por el Perú (JP) mit gut zwölf Prozent der Wählerstimmen an zweiter Stelle (gut zwei Millionen). Beide Parteien lagen ebenso bei der Wahl der Abgeordnetenkammer und des Senats vorn. Bei einer Wahlbeteiligung von 73,8 Prozent und Wahlpflicht.