Coronavirus
Tschetscheniens Machthaber setzt auf Einschüchterung
Jelena Milaschina hat schon öfter Todesdrohungen erhalten – aber dieses Mal kommen sie von höchster Stelle. Weil ihm ihre Berichte über die Corona-Pandemie in Tschetschenien nicht passen, hat der autoritär herrschende Regionalpräsident Ramsan Kadyrow im Online-Netzwerk Instagram ohne Umschweife zur Gewalt gegen die Reporterin aufgerufen.
Der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow mag Einschüchterungen und Gewalt Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP
Kadyrow habe „genau gesagt, was er mit mir machen würde – und wie. Es war das erste Mal, dass er es auf diese Art, so konkret, gesagt hat“, sagt die 42-jährige Milaschina in einem von ihrer Wohnung in Moskau aus geführten Video-Interview mit AFP. „Im Ernstfall könnte ich mich durch nichts schützen.“ Kadyrow geht angesichts der Coronavirus-Pandemie noch härter gegen Kritik und abweichende Meinungen in seinem Land vor als sonst. Aus seinem isolierten Machtbereich dringen neue Vorwürfe von Pressezensur und Einschüchterungen durch die Polizei nach außen.