Analyse von Timothy Snyder

„Wir Amerikaner haben genau so reagiert, wie es sich die Terroristen gewünscht hätten“

Terror, Provokation, Desinformation – und viele falsche Entscheidungen. Der Historiker Timothy Snyder analysiert, wie die US-Politik die Welt seit 9/11 verändert hat.

Operation Enduring Freedom: Ein irakisches Mädchen hält 2003 seine Schwester in der Nähe einer brennenden Ölraffinerie in den Armen

Operation Enduring Freedom: Ein irakisches Mädchen hält 2003 seine Schwester in der Nähe einer brennenden Ölraffinerie in den Armen Foto: AFP/Montage: Editpress

Als ich am 11. September 2001 meine dritte Vorlesung als Professor für osteuropäische Geschichte an der Yale University hielt, wusste ich, welches Thema ich zu behandeln habe: Provokation. Die Geheimdienste des russischen Zarenreichs und später die Geheimdienste der Sowjetunion hatten die Kunst perfektioniert, Gegner dazu zu bringen, das zu tun, was sie von ihnen wollten, und sie gleichzeitig glauben zu lassen, sie täten dies aus eigenem Antrieb. Wenn etwas Schreckliches geschieht, wie es an jenem Tag der Fall war, geht es nicht um das Leid – auch wenn dies zweifellos von den Verursachern beabsichtigt war. Vielmehr geht es darum, Menschen in eine Gemütsverfassung zu versetzen, die sie dazu veranlasst, etwas zu tun, das ihnen selbst noch mehr schadet.

Was kommt nach dem Terror?

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