Stimmungsbild aus Moskau

Tageblatt-Streifzug durchs Zentrum der russischen Hauptstadt: „Krieg? Ach, hören Sie mir auf!“

Laut russischem Staats-TV bereiten „bis auf die Zähne bewaffnete ukrainische Nationalisten“ einen Angriff auf russisches Territorium vor. „Von den USA dazu gedrängt.“ Über düstere Kriegsszenarien aber machen sich viele Russen kaum Gedanken. Ein Streifzug durchs Zentrum der russischen Hauptstadt.

Über düstere Kriegsszenarien machen sich viele Russen kaum Gedanken

Über düstere Kriegsszenarien machen sich viele Russen kaum Gedanken Foto: AFP/Natalia Kolesnikowa

Es schneit in Moskau. Seit Tagen. Orangefarbene Schneeräum-Laster fahren im Konvoi durch die Stadt. Männer und Frauen in orangefarbenen Jacken ziehen mit Schaufel und Pickelstab durch die Straßen. Eine Akkordarbeit bei Minusgraden. Bürgersteige müssen freigeräumt werden, Spielplätze enteist werden, Zugänge zu den Supermärkten frei von Schnee sein. Swetlana, Olga und Arina müssen kurz durchschnaufen. Ihre Nachnamen wollen sie nicht nennen, der Arbeitgeber könnte ja schimpfen. Arina packt die Thermoskanne aus, Olga stellt die Schaufeln zur Seite. Die Unterführung am Nowinski-Boulevard, nur unweit des Weißen Hauses in Moskau, haben die drei Kommunalarbeiterinnen an diesem Vormittag freigeschaufelt. Pause. Sie machen Witze, über sich und die Passanten. Eine ausgelassene Stimmung an der breiten Kreuzung.

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