Deutschland
Tage des Donners: Der Rücktritt Spahns und die Folgen
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn verweist Friedrich Merz auch auf dessen Kommunikation im Zusammenhang mit der Leihmutterschaft in den USA. Aus Sicht des Kanzlers hat Spahn zu lange gewartet. Eine Rekonstruktion der letzten Tage und die Frage, wie es nun weitergeht.
Das politische Band ist zerrissen: Kanzler Friedrich Merz entzog Jens Spahn schließlich die Unterstützung Foto: Michael Kappeler/dpa
Am Ende steht ein Telefonat. Eines jener Gespräche, nach denen in Berlin politische Karrieren nicht mehr dieselben sind. Zwischen dem Kanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Jens Spahn ist am Samstagvormittag das Band zerrissen.
Der CDU-Vorsitzende Merz sagt zu Spahn, dass der Druck nach der Bekanntgabe der Leihmutterschaft in der Partei zu groß und Spahn an der Spitze der Unionsfraktion nicht mehr tragbar ist. Spahn bittet um Bedenkzeit, das Merz-Umfeld jedoch spielt die Rücktrittsforderung öffentlich aus. Die Entscheidung ist politisch längst gefallen. Kurz darauf folgt dann auch Spahns Mitteilung an die Fraktion, in der er seinen Rücktritt erklärt. Für den 46-jährigen Spahn ist es das vorläufige Ende einer Karriere, die in der CDU über Jahre als beinahe unverwüstlich galt. Und für Merz ist es eine Machtdemonstration mit Risiko.