Druck aus dem Weißen Haus
SpaceX und Blue Origin sagen Teilnahme an Weltraumgipfel in Paris ab
Ein Gipfel ohne US-Branchenriesen: Vier Weltraumfirmen sagen ihre Teilnahme in Paris kurzfristig ab. Der Grund dafür sitzt vermutlich im Weißen Haus.
SpaceX hat seine Teilnahme am Pariser Weltraumgipfel abgesagt Foto: AFP
SpaceX, Blue Origin und zwei weitere US-Unternehmen haben französischen Regierungsangaben zufolge ihre Teilnahme an einem Weltraumgipfel in Paris in der kommenden Woche abgesagt. „Es fällt schwer, dies nicht mit den Gerüchten über Druck in Verbindung zu bringen“, erklärte das französische Forschungsministerium am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Nachrichtenportal Politico hatte zuvor berichtet, das Weiße Haus übe Druck auf US-Raumfahrtunternehmen aus, die Teilnahme an der Veranstaltung am 9. und 10. September abzusagen.
„Wir möchten natürlich weiterhin mit unseren US-Partnern und Verbündeten zusammenarbeiten, auch wenn strategische Kurswechsel und politischer Druck die Aufgabe manchmal unnötig kompliziert machen“, erklärte das französische Forschungsministerium weiter.
Keine US-Perspektive
Neben SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk und Jeff Bezos’ Blue Origin haben sich den Angaben zufolge auch Stoke Space und Starcloud zurückgezogen.
Politico hatte unter Berufung auf drei anonyme Quellen berichtet, dass ein Vertreter des Weißen Hauses in einem Telefonat Unternehmen, darunter SpaceX, Stoke Space, K2 Space und Astra, mitgeteilt habe, dass die Teilnahme an der zweitägigen Veranstaltung „wie eine stillschweigende Unterstützung der politischen Positionen der EU wirken könnte“.
Der Vertreter des Weißen Hauses sagte den Unternehmensvertretern dem Bericht zufolge außerdem, Frankreich habe sich bei dem Gipfel nicht mit den USA abgestimmt. Er warf dem Land „wettbewerbswidrige Praktiken“ vor und deutete an, dass die Podiumsdiskussionen der Veranstaltung nicht darauf ausgelegt seien, die US-Perspektive einzubeziehen, und „die Bemühungen der US-Industrie untergraben könnten“, berichtete Politico weiter.
Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine AFP-Anfrage.