Russland

Sommer, Sonne, Krieg: Ein Stimmungsmosaik aus Moskau

Bald fünf Monate dauert der Krieg in der Ukraine an, den Russland zynisch „militärische Spezialoperation“ nennt. Die meisten Russinnen und Russen tragen das Töten mit, die Zerstörung. Die Gesellschaft ist verstört und hilflos. Ein Stimmungsmosaik aus der russischen Hauptstadt.

Der Oppositionelle Ilja Jaschin steht in Moskau vor Gericht, weil ihm vorgeworfen wird, „diskreditierende Informationen“ über die russische Armee verbreitet zu haben

Der Oppositionelle Ilja Jaschin steht in Moskau vor Gericht, weil ihm vorgeworfen wird, „diskreditierende Informationen“ über die russische Armee verbreitet zu haben Foto: AFP/Kirill Kudryavtsev

Die Sonne ist untergegangen, über der Moskwa scheint der Mond. Boote schippern auf dem Fluss, auf den Radwegen sausen E-Roller hintereinander. Eine kleine Holzbühne unter den Bäumen, unweit ein Spielplatz. Aus den Boxen erklingen Salsa-Töne. Die Menschen bewegen sich zur Musik, beobachtet von den zu Denkmälern gewordenen Helden der Sowjetunion. Helden, die gestürzt wurden, niedergerissen, verdammt. Und wieder aufgebaut. Hier im Moskauer Park Museon, einer Art Ablageplatz für die abgetragenen sowjetischen Statuen, stehen sie auf dem Rasen, stehen entlang der steinernen Wege. Der Elf-Tonnen-Dscherschinski, die Stalin-Büste, Lenin, Lenin, Lenin. Eine 1950er-Jahre-Skulptur findet sich zwischen den Bäumen, mit sechs Figuren aus Bronze, darunter eine Frau mit Kind auf dem Arm und einer Taube in der Hand. „Wir fordern Frieden“, steht auf dem Sockel.

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