Deutschland
Auf dem Weg zur Absoluten? In Sachsen-Anhalt verbindet die AfD Rechtsaußenpolitik mit schönen Erlebnissen
Ulrich Siegmund präsentiert sich in Sachsen-Anhalt als Kümmerer, schafft Bürgernähe. Dabei platziert der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen seine radikalen Botschaften. Sein Ziel: die absolute Mehrheit.
Ein T-Shirt-Druck mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: Forderungen nach einer „Remigrationsoffensive“ und einer „freiwilligen Bürgerwacht“ Foto: dpa/Peter Gercke
Neben den Schimpftiraden Alice Weidels oder den kalkulierten Tabubrüchen Björn Höckes wirkt Ulrich Siegmund wie der gut gelaunte Typ von nebenan: Mit breitem Lächeln und einer zugewandten Art zeigt er sich als Kümmerer, nahbar und pragmatisch. Doch wirbt er mit seiner vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD für Inhalte, die deutlich radikaler sind, als seine Auftritte vermuten lassen. Der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will nach der Wahl am 6. September mit seiner „Vision 2026“ erster AfD-Ministerpräsident werden.
Und der 35-Jährige geht äußerst planmäßig vor. Er möchte alleine regieren und strebt daher die absolute Mehrheit an. Weit ist der Mann aus Tangermünde Umfragen zufolge jedenfalls nicht mehr davon entfernt: Die AfD lag einer Umfrage des Instituts Infratest dimap zufolge zuletzt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (26 Prozent). Sein „Regierungsprogramm“ enthält neben Forderungen nach einer „Remigrationsoffensive“ unter anderem auch die Einführung einer „freiwilligen Bürgerwache“ als „dritte Säule der Sicherheitsarchitektur“, das Recht auf „Hausunterricht“, Strafmündigkeit ab dem Alter von zwölf und eine „patriotische Kulturpolitik“, die den „Deutschen ihr Selbstbewusstsein zurückgeben“ soll. Auch auf Tiktok präsentiert er das erfolgreich – Millionen Likes belegen das.