Kalabrien

Sklavenarbeit auf Italiens Feldern: Vier Tote legen ein System bloß

Ein brutales Verbrechen schreckte die italienische Öffentlichkeit Anfang Juni auf: Zwei Männer überschütteten an einer Tankstelle der Staatsstraße 106 ein Auto mit vier jungen Insassen und verbrannten diese bei lebendigem Leibe.

Migrantenarbeiter ernten auf den landwirtschaftlichen Feldern von Bella Farnia bei Sabaudia südlich von Rom

Migranten-Arbeiter auf den Feldern von Bella Farnia bei Sabaudia, südlich von Rom Foto: AFP/Filippo Monteforte

Der Mord geschah in Amendolara, einem kleinen Ort in der kalabrischen Provinz Cosenza. Die Opfer waren Waseem Khan, ein 29-jähriger Pakistani, sowie die Afghanen Amin Fazal Khogjani (28), Ullah Ismat Qiemi (19) und Safi Iayjad (27). Die vier waren nach Italien gekommen, um als Arbeiter bei der Erdbeerernte zu helfen.

Nach intensiver Suche der Ordnungskräfte konnten die Carabinieri zwei verdächtige, ebenfalls aus Pakistan stammende Männer festnehmen. Sie waren sogenannte Capolari, Subunternehmer und Schlepper, die zu Minimallöhnen ausländische Arbeitskräfte anwerben und an die großen Landwirtschaftsbetriebe „vermieten“. Eine moderne Form des Sklavenhandels, der sich – meist in aller Stille – im italienischen Süden abspielt.

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