Nato-Krise
Selbst „Wunderheiler“ Rutte kann die Risse nicht mehr kitten
In der NATO-Zentrale in Brüssel genießt Generalsekretär Mark Rutte einen ganz besonderen Ruf. Der Niederländer gilt als Trump-Flüsterer – als einer der wenigen Europäer, die US-Präsident Donald Trump verstehen und besänftigen können.
US-Präsident Donald Trump wollte sich nicht mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte fotografieren lassen, der sich mit US-Außenminister Marco Rubio (r.) zufriedengeben musste Foto: Kent Nishimura/AFP
Entsprechend groß waren die Erwartungen, als Rutte am Mittwoch nach Washington flog, um Trumps neueste Bombe zu entschärfen: die Drohung mit dem NATO-Austritt. Doch nach der „sehr offenen Diskussion zwischen zwei Freunden“ (Rutte) hängt der Haussegen in der Militärallianz immer noch schief. Trump drohte zwar nicht mehr offen mit dem Austritt der USA. Stattdessen grub „Daddy“, wie Rutte seinen obersten Boss in Washington nennt, wieder die Streitaxt um Grönland aus. Auch der Ärger um den Iran-Krieg lastet weiter auf der NATO.
„Die NATO war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen“, schrieb Trump nach Ruttes Visite auf seiner Plattform Truth Social. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als „großes, schlecht verwaltetes Stück Eis“ bezeichnete. Rutte war es gelungen, den Grönland-Konflikt zu entschärfen, nun könnte er wieder aufflammen.