Italien
Seilbahnunglück ist trauriges Symptom
Die Staatsanwaltschaft sowie die Ermittler aus Verbania setzen ihre Untersuchungen fort. Die Betreiber der Seilbahn auf den Monte Mottarone beschuldigen sich gegenseitig. Doch das Unglück ist nur ein Symptom für die desolate Sicherheitslage in vielen italienischen Einrichtungen. Von der Morandi-Brücke in Genua über das Seilbahndesaster am Lago Maggiore zieht sich eine lange Spur tödlicher Arbeitsunfälle durchs Land.
Einsatzkräfte des Bergrettungsdienstes arbeiten nach dem Absturz einer Seilbahngondel an der Unfallstelle: Das Unglück ist symptomatisch für die fahrlässige Handhabung von Wartungs- und Kontrollarbeiten an Geräten und Bauwerken im Land. Foto: Piero Cruciatti/LaPresse via Zuma Press/dpa
Gabriele Tadini, Cheftechniker der Seilbahn Stresa-Monte Mottarone, war der Einzige, der zugab, die Bremsen der am Sonntag vergangener Woche verunglückten Seilbahnkabine manipuliert zu haben. „Die Kabine hatte schon seit einem Monat Geräusche gemacht. Ich habe deshalb die Bremse blockiert, weil wir eine Unterbrechung des Betriebs fürchteten“, hatte Tadini am vergangenen Freitag der Untersuchungsrichterin Donatella Banci Buonamici gestanden.